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Firmengeschichte

225 Jahre Kuppitsch

Die Geschichte der Buchhandlung Kuppitsch lässt sich bis ins Jahr 1789 zurückverfolgen und ist über viele Jahrzehnte lang immer wieder eine Geschichte von Frauen. 1789 erwarb Frau Theresia Racca eine kaiserliche Befugnis zum Verkauf alter Bücher und Kupferstiche. Franz Grund, der im Geschäft tätig war, übernahm es im Jahre 1801. Nach seinem Tod (1816) führte Grunds Witwe Anna das Geschäft weiter. Der erste Standort war in der Singerstraße, später übersiedelte die Firma auf den Stephansplatz.

Matthäus Kuppitsch - der Namensgeber und k. k. Hofbibliotheks-Antiquar

Im Jänner 1821 scheint nun der Name Kuppitsch in den Annalen der Firma erstmals auf: Anna Grund schließt mit Matthäus Kuppitsch einen Gesellschaftervertrag ab. Kuppitsch, der schon einige Jahre als Mitarbeiter tätig war, wird schließlich 1826 Inhaber der Firma. Er widmete sich schon in jungen Jahren dem Buchhandel, allerdings vornehmlich dem Antiquariat, in welchem er bald als tüchtiger Kenner und Fachmann angesehen und in Folge dessen 1844 zum k. k. Hofbibliotheks-Antiquar ernannt wurde. Im Rahmen seiner Forschungen und Sammlungen beschäftigte er sich nicht nur mit Büchern, sondern auch mit seltenen Handschriften, alten Bildern und Pergamentmanuskripten. Nachdem er 1846 eine Buchhandelsberechtigung erworben hatte, verlegte er auch selbst einige Werke. So erhielt Kuppitsch von Kaiser Ferdinand, dem König von Preußen und von Papst Pius IX.goldene und silberne Medaillen für Kunst und Wissenschaft.

Matthäus Kuppitsch starb im Jahre 1849. Wieder ist es die Witwe, die das Unternehmen weiterführt und 1868 an Richard Schmidt übergibt. Das Geschäft, das sich seit 1847 am Franziskanerplatz befand, übersiedelte in die Weihburggasse und 1876 auf den Schottenring.

Seit 1886 in den Händen der heutigen Eigentümer-Familie

Im Jahr 1886 tritt mit Arnold Schlesinger der Urgroßvater der jetzigen Eigentümer in die Geschäftsführung der Firma M.Kuppitsch Wwe. R. Schmidt Nachf. ein und scheint ab 1902 als Alleininhaber auf. Arnold Schlesinger war Angehöriger der jüdischen Kultusgemeinde, dies sollte die Geschichte der Buchhandlung in späteren Jahren noch dramatisch beeinflussen.

Arisierung – Restitution – Wiederaufbau

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1938 hoffte Schlesinger vergebens, durch einen Vertrag mit seinem langjährigen Mitarbeiter Franz Unger im Oktober 1938 auf den Verlauf der Arisierung Einfluss nehmen zu können. Doch alle Vorsichtsmaßnahmen halfen ihm nichts. Unmittelbar nach den November-Pogromen wurde das Geschäft geschlossen und Arnold Schlesinger der Zutritt rigoros verwehrt. Ab Dezember 1938 wurde das Geschäft von Franz Unger allein weitergeführt. Arnold Schlesinger erhielt weder die vereinbarte Kaufsumme noch irgendeine andere Entschädigung. Im Gegenteil: Franz Unger und die Behörden des Deutschen Reiches stellten Steuerschulden und andere Gebühren in Rechnung, so dass Schlesinger bis zu seinem Tod vermutlich keinerlei Geld aus dem „Verkauf“ erhalten hat. Schlesingers Frau Amalie nahm sich 1939 das Leben. Ob auch Arnold Schlesinger den Freitod wählte oder Opfer der Nationalsozialisten geworden ist, konnte nie ganz geklärt werden.

Seiner Tochter Margarete gelang mit ihrem Mann Otto Günter (der 1939 nur durch glückliche Umstände nach einem Jahr wieder aus dem Konzentrationslager Dachau entlassen worden war) und den beiden Töchtern Zita (geb. 1933) und Monika (geb. 1935) die Flucht. Sie lebten bis 1950 in der Schweiz, in Frankreich und in New York.

Gleich nach Kriegsende strebte Margarete Günter die Restituierung der väterlichen Firma an, was ihr am 10. September 1948 denn auch tatsächlich gelang. Nach der Rückkehr der Familie Günter 1950 übernahm sie gemeinsam mit ihrem Mann die Geschäftsleitung. Nach ihrem frühen Tod 1954 trat zunächst ihre älteste Tochter Dr. Zita Seidl (geb. Günter) und bald darauf auch deren Schwester Dr. Monika Beer (geb. Günter) in die Führung des Unternehmens ein. Sie wandelten im Laufe der nächsten 40 Jahre das durch die Kriegsjahre sehr in Mitleidenschaft geratene Antiquariat zu einer florierenden modernen Buch- und Schallplattenhandlung um.

Der Weg ins 21. Jahrhundert

1971 wurde der heutige Standort in der Schottengasse bezogen. Die Nähe zur Universität Wien und die Errichtung des Juridicums in unmittelbarer Nachbarschaft veranlassten zur Erweiterung des Geschäftslokals um das geräumige Souterrain und den Aufbau einer umfangreichen Wissenschaftsabteilung.

In den 90er Jahren trat mit den jeweils zweitgeborenen Söhnen der beiden Inhaberinnen Andreas Beer (geb. 1964) und Mag. Norbert Seidl (geb.1962) die 4. Generation in unmittelbarer Folge ins Geschäft ein; die beiden übernahmen 1992 die Leitung des nun als Ges.m.b.H geführten Familienbetriebs. Während sich die Familie Beer um die Jahrtausendwende aus dem Betrieb zurückzog, expandierte der nunmehrige Alleininhaber Norbert Seidl weiter. Eine Filiale am Uni Campus (dem Gelände des alten AHK ) wurde eröffnet und das Stammhaus in der Schottengasse um eine großzügige Etage im 1.Stock auf über 1.000 m² erweitert. Am 1. August 2007 verstarb Mag. Norbert Seidl nur 44jährig völlig unerwartet. Seine Geschwister Elisabeth Seidl und Martin Seidl traten das Erbe als gleichberechtigte Gesellschafter an.

Herausforderungen der Gegenwart

Die Führung des operativen Geschäftes liegt heute allerdings in den Händen des langjährigen Mitarbeiters Michael Kratochvil. Er und sein Team haben in den vergangenen Jahren mit der Einführung eines Onlineshops (www.kuppitsch.at), dem Ausbau der CD- und DVD-Abteilung, einem professionellen und qualitätsbewussten Modernen Antiquariat, der Einführung von E-Books und E-Book-Lesegeräten, der Erweiterung des Angebots an Buch-Zubehör und Accessoires und dem Aufbau eines kleinen Bürosortiments viele neue Akzente und Schwerpunkte gesetzt sowie mit einer abwechslungsreichen Lesungs- und Veranstaltungsreihe dem Motto der Firma Kuppitsch – die große Auswahl neue starke Impulse für die Herausforderungen der Gegenwart gegeben.

   

Lange Schlange bei Signierstunde von Donna Leon

   

Volles Haus bei Stermann & Grissemann

Nicht alle hatten Platz bei Daniel Glattauer

   

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