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Heimliche Versuchung

Heimliche Versuchung

von Donna Leon


Inhalt - Als eine Bekannte von Paola in der Questura vorspricht, glaubt Brunetti zunächst, sie mache sich unnötig Sorgen um ihre Familie. Da wird ihr Mann im ... mehr zum Inhalt

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E-Book
Commissario Brunettis siebenundzwanzigster Fall
336 Seiten

2018 Diogenes
Übersetzt von: Werner Schmitz
ISBN 978-3-257-60867-0

Maximaler Downloadzeitraum: 24 Monate

Kurztext / Annotation

Als eine Bekannte von Paola in der Questura vorspricht, glaubt Brunetti zunächst, sie mache sich unnötig Sorgen um ihre Familie. Da wird ihr Mann im Koma ins Krankenhaus eingeliefert. Ein Überfall und Verbindungen ins Drogenmilieu liegen nah. Konkrete Anhaltspunkte fehlen. Und doch stößt der Commissario allerorten auf Betrügereien, ja sogar auf ein Leck in der Questura. Fakten bekommt er keine zu fassen, geschweige denn einen Täter. Aber sein Gerechtigkeitssinn lässt ihm keine Ruhe.

Donna Leon, geboren 1942 in New Jersey, lebt seit 1965 im Ausland. Sie arbeitete als Reiseleiterin in Rom und als Werbetexterin in London sowie als Lehrerin an amerikanischen Schulen in der Schweiz, im Iran, in China und Saudi-Arabien. Die Brunetti


Textauszug

{9} 1

D a er eine Verabredung mit seinem Vorgesetzten hatte, war Brunetti pünktlich von zu Hause aufgebrochen, saß nun im Heck des Vaporetto Nummer eins und blätterte müßig im Gazzettino.

Sie fuhren gerade, wie er auch ohne hinzusehen wusste, von der Station Salute nach Vallaresso hinüber, da schaltete der Motor plötzlich in den Rückwärtsgang. Brunettis venezianischer Orientierungssinn sagte ihm, dass sie noch weit vom linken Kanalufer entfernt waren, das Geräusch kam also zu früh: Musste der Kapitän einem Hindernis ausweichen?

Brunetti ließ die Zeitung sinken, richtete den Blick nach vorn und sah - nichts. Eine Nebelbank versperrte ihm die Sicht. Er traute seinen Augen kaum, war der Himmel doch ganz klar gewesen, als er vor zwanzig Minuten aus dem Haus kam. Während ihn die jüngste Verzögerung beim Bau des MOSE -Hochwasserschutzprojekts beschäftigte - geplant und unterschlagen wurde nun schon dreißig Jahre -, war vor dem Vaporetto ein dicker grauer Vorhang heruntergegangen.

Es war November, seit einer Woche kühl und mit Nebel daher durchaus zu rechnen. Brunetti sah zu seinem Nachbarn hinüber, aber der war so sehr in sein Smartphone vertieft, dass er nicht einmal mitbekommen hätte, wenn Engel vom Himmel herabgestiegen und in geschlossener Formation neben dem Boot hergeflogen wären.

{10} Wenige Meter vor der grauen Wand kam das Boot zum Stehen, der Motor tuckerte im Leerlauf. Eine Frau hinter dem Commissario flüsterte "Oddio", nicht ängstlich, nur überrascht. Das Hotel Europa und der Palazzo Treves waren noch zu erkennen, von Ca' Giustinian fehlte jede Spur hinter dem dichten Nebel auf dem Canal Grande.

Der Mann neben ihm blickte von seinem Handy auf, dann stur geradeaus, dann wieder auf das Display. Brunetti faltete die Zeitung zusammen und schaute zum Bug. Durch die hintere Tür und die Fenster sah er Boote entgegenkommen, andere fuhren Richtung Rialto-Brücke. An der Accademia legte eine Nummer zwei ab, hielt auf ihr Vaporetto zu, stoppte aber noch rechtzeitig.

Darauf umkurvte ein Taxi hupend die stehende Nummer zwei, um geradewegs auf ihr Vaporetto zuzurasen. Der Bootsführer sprach mit der Blondine hinter sich, als sich der Mund der Frau zu einem Schrei öffnete. Schnell schaute der Fahrer nach vorn, riss geistesgegenwärtig das Steuer herum und jagte vor Brunettis Vaporetto mitten hinein in die Nebelwand.

Brunetti zwängte sich an seinem Nebenmann vorbei und eilte an Deck, um zu hören, ob es weiter vorne krachte, doch nur das leiser werdende Geräusch des Taxis verebbte in der Ferne. Ihr eigener Motor wurde lauter, und das Boot setzte sich langsam in Bewegung. Brunetti konnte nicht erkennen, ob das Radar auf dem Dach der Kajüte sich drehte, aber ohne Radar würden sie sich jetzt doch wohl nicht auch nur einen Zentimeter in diesen Nebel hineinwagen?

Plötzlich, wie von Zauberhand, schwang der graue Vorhang beiseite, und sie glitten ins helle Sonnenlicht. Der {11} Matrose lehnte vollkommen entspannt am Fenster der Führerkabine, der Kapitän blickte gelassen geradeaus, und die versammelten Palazzi glitten still vorüber, während das Vaporetto auf die Haltestelle Vallaresso zuhielt.

Hinter Brunetti ging die Tür auf, und die Passagiere drängten zum Ausgang. Das Boot legte an, der Matrose schob das eiserne Geländer zur Seite, Leute stiegen aus und ein, der Durchlass schloss sich wieder, und sie legten wieder ab. Auch Richtung Accademia vom Nebel keine Spur. Boote fuhren hin und her: Vor ihnen lag das bacino, zur Linken standen die Basilica, die Marciana und der Dogenpalast unverrückbar an ihren Plätzen, und die Morgensonne vertrieb die letzten Schatten der Nacht.

Brunetti schaute in die Kabine und fragte sich, ob es für das, was er gesehen hatte, Augenzeugen gab, wusste aber nicht mehr, wer von den Anwesenden schon an Bord


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