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Revanche

Revanche

von Martin Walker


Inhalt - Martin Walkers Romane spielen im geschichtsträchtigen Périgord mit seinen herrlichen Landschaften und trutzigen Burgen. Von einer dieser Burgen, Commarque, ... mehr zum Inhalt

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E-Book
Der zehnte Fall für Bruno, Chef de police
416 Seiten

2018 Diogenes
Übersetzt von: Michael Windgassen
ISBN 978-3-257-60880-9

Maximaler Downloadzeitraum: 24 Monate

Kurztext / Annotation

Martin Walkers Romane spielen im geschichtsträchtigen Périgord mit seinen herrlichen Landschaften und trutzigen Burgen. Von einer dieser Burgen, Commarque, brachen im Mittelalter die Tempelritter zu Kreuzzügen nach Jerusalem auf. Tausend Jahre später nimmt das einstige Morgenland eine späte Revanche in der Person einer jungen Archäologin, die wild entschlossen scheint, bei den damaligen Eroberern einen sagenumwobenen geraubten Schatz sowie ein politisch höchst explosives altes Dokument zutage zu fördern.

Martin Walker, geboren 1947 in Schottland, ist Schriftsteller, Historiker und politischer Journalist. Er lebt in Washington und im Périgord und war 25 Jahre lang bei der britischen Tageszeitung The Guardian Bruno


Textauszug

{7} 1

B runo Courrèges, Chef de police der französischen Kleinstadt Saint-Denis, erwachte wenige Sekunden vor sechs, kurz bevor es hell wurde. Sein Hahn Blanco, benannt nach einer französischen Rugbylegende, begrüßte den neuen Tag, als Bruno in seinen Trainingsanzug schlüpfte und sich die Laufschuhe schnürte. Er freute sich auf seine allmorgendliche Joggingrunde durch den Wald hinter seinem Haus. Heute strahlte die Sonne durch das matte Grün der jungen Knospen und Blätter der Bäume, der Morgen war knackig und frisch, aber doch warm genug, dass er auf Handschuhe verzichten konnte, als er mit Balzac, seinem Basset, loslief.

Als er zurückkam, schimmerten die alten Steinmauern seines Hauses im frühen Sonnenlicht. Bruno fütterte seine Gänse und Hühner, wässerte den Gemüsegarten und schaute sich in dem neuen Treibhaus, das er als Bausatz gekauft und selbst aufgestellt hatte, die Setzlinge an. Danach stellte er den Wasserkessel für seinen Kaffee auf den Herd und ließ in einem Stieltopf zwei frische Eier garen, während er seine E-Mails checkte und dann das Radio einschaltete, das auf den Sender France Bleu Périgord eingestellt war. Er toastete die vom Vortag übriggebliebene Baguettehälfte, gab Balzac ein Stück davon ab und schnitt seines in {8} pommes-große Stäbchen auf, mit denen er das noch flüssige Eidotter auftunkte. Als die wichtigsten überregionalen Meldungen verlesen worden waren, schaltete er auf den lokalen Nachrichtensender um. Die dritte Meldung ließ ihn aufhorchen.

"Madame Marie-France Duteiller, Psychologin aus Périgueux, kritisiert die Staatsanwaltschaft wegen schleppender Ermittlungen in den rund dreißig Jahre zurückliegenden Fällen mutmaßlicher sexueller Übergriffe auf Kinder in einem von der Kirche geführten Waisenhaus in der Gemeinde Mussidan. Sie bezeichnete die von Chefermittler Jean-Jacques Jalipeau geleiteten Untersuchungen als 'unsensibel und nachlässig' und wirft ihm vor, den Opfern nicht gerecht zu werden, die ihrerseits mehreren namhaften Persönlichkeiten vorwerfen, sie zur Zeit ihres Heimaufenthaltes missbraucht zu haben. Von Commissaire Jalipeau war gestern Abend zu hören, dass die Nachforschungen fortgesetzt würden, obwohl nur vage Verdachtsmomente vorlägen, da alle Anschuldigungen ausschließlich auf Erinnerungen basierten, die von Psychologin Duteiller in Hypnosesitzungen erfasst worden seien."

Was Bruno da hörte, versetzte seiner guten Stimmung einen Dämpfer. Er seufzte voller Mitgefühl für seinen Freund Jean-Jacques, der schon seit Monaten an diesem Fall arbeitete und offenbar nicht weiterkam. Und das war ungewöhnlich. Bruno mochte durchaus einräumen, dass Jean-Jacques mitunter recht unsensibel sein konnte, aber Nachlässigkeit war das Letzte, was sich dem bulligen und etwas ungepflegten Mann vorwerfen ließ, mit dem er, Bruno, immer wieder gern zusammenarbeitete. Solche Kooperationen endeten für gewöhnlich mit einem Restaurantbesuch, zu dem {9} Jean-Jacques als spendabler Gastgeber einlud, nicht nur zur Feier des Tages, sondern auch, um sich für die vielen Male zu revanchieren, die er an Brunos gastlichem Tisch hatte sitzen dürfen. Jean-Jacques' heitere Persönlichkeit passte zu seiner Leibesfülle, und wie Bruno hatte er ein ausgeprägtes Faible für gutes Essen und guten Wein. Ihr freundschaftliches Verhältnis hatte auch keinen Schaden genommen, als nach einer noch nicht lange zurückliegenden terroristischen Straftat in einer Zeitung eine bissige Karikatur erschienen war, die Bruno als Asterix den Gallier und Jean-Jacques als seinen großen beleibten Freund Obelix darstellte, beide mit einer Flasche Bergerac-Wein in der Hand als Ersatz für den Zaubertrank, mit dem sich Asterix gegen römische Legionäre wappnete.

Anders als die meisten seiner Kollegen von der Police nationale schaute Jean-Jacques auf städtische Polizisten wie Bruno nicht herab. Im Gegenteil, er


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