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Der Ruf des Drachen

Der Ruf des Drachen

von Pierre Grimbert


Inhalt - Gefährlicher, düsterer, magischer - mit Der Ruf des Drachen ist Pierre Grimbert ein mitreißendes Fantasy-Abenteuer gelungen Einzig ein magischer Schleier ... mehr zum Inhalt

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E-Book
Die Saga von Licht und Schatten 2 - Roman
368 Seiten

2014 Heyne
Übersetzt von Sonja Finck; Maximilian Stadler
ISBN 978-3-641-13997-1

Kurztext / Annotation

Gefährlicher, düsterer, magischer - mit Der Ruf des Drachen ist Pierre Grimbert ein mitreißendes Fantasy-Abenteuer gelungen
Einzig ein magischer Schleier und die geheimnisvolle Bruderschaft der Weltwanderer schützen die Menschen von Gonelore vor dem Reich der Dämonen. Doch im Laufe der Jahrhunderte ist der Schleier brüchig geworden und die Bruderschaft durch Machtkämpfe und Intrigen geschwächt. Ungehindert bringen die Dämonen nun Tod und Verderben über Gonelore. Die letzte Hoffnung der Menschen ist der junge Weltwanderer Jona, der mit den Ungeheuern sprechen kann. Doch Jona verbirgt ein Geheimnis, das ganz Gonelore für immer zerstören könnte ...

Pierre Grimbert, 1970 in Lille geboren, arbeitete einige Zeit als Bibliothekar, bevor er in Bordeaux Buchwissenschaften und Publizistik studierte. Die 'Magier'-Saga wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem 'Prix Ozone' als bester französischer Fantasy-Roman. Der Autor lebt im Norden Frankreichs.


Textauszug


1

D ælfine schreckte aus dem Schlaf auf, als hätte sie plötzlich das Atmen vergessen, oder als hätte ihr Herz einen Schlag ausgesetzt. Reflexartig sog sie die frische Luft ein, und augenblicklich meldete sich der Schmerz - besonders das grelle Stechen an der Rückseite ihres Schädels. Sie hob die Hand, um die Stelle vorsichtig abzutasten, doch im selben Moment holte sie blitzartig die Realität ein, und vor Angst und Verzweiflung vergaß das Mädchen die Schmerzen.

Bittere Schluchzer stiegen in ihrer Kehle auf, und sie würgte und musste sich auf die Seite drehen, um den Brechreiz zu unterdrücken. Da schob sich eine Hand in die ihre; die kleinen, zarten Finger gehörten Nobiane, die von Anfang an bei ihr geblieben war. Wie lange hielt dieser Albtraum nun schon an? Höchstens ein paar Stunden, aber ihr kam es vor, als wären es Jahrhunderte. Es war, als läge sie schon seit einer Ewigkeit auf dieser Bank, die sie nicht sehen konnte, in einem Raum, den sie sich nur vorstellen konnte, umringt von Menschen, deren Kommen und Gehen sie nur mit dem Gehör wahrnahm. Eine quälende Ewigkeit, während der sie sich fragte, ob sie irgendwann wieder sehen können würde.

Mindestens zum tausendsten Mal seit den dramatischen Ereignissen der Nacht wischte sie sich die Tränen weg, riss die Augen weit auf und konzentrierte sich angestrengt darauf, etwas in diesem Meer aus Dunkelheit, das sie umgab, zu erkennen. Und sei es nur einen etwas helleren Fleck inmitten dieser undurchdringlichen Finsternis - doch vergeblich. Noch nie hatte sie sich so hilflos gefühlt. Sie konnte sich keine grausamere Folter vorstellen.

"Ist es ... immer noch Nacht?"

Ihre Stimme, von der Müdigkeit und dem vielen Schluchzen ganz heiser, kam ihr selbst fremd vor.

Nobiane ließ einige Zeit verstreichen, bevor sie antwortete.

"Nein", gab sie schließlich zurück. "Der Tag ist bereits angebrochen."

Dælfine nickte bedächtig, obwohl sie nicht sicher sein konnte, dass es bemerkt wurde. Dann begann sie wieder zu weinen, dieses Mal jedoch im Stillen. Große salzige Tränen rannen ihr die Wangen hinab, während sie die Götter anflehte, mit diesen Perlen des Leids ihre Iris auszuspülen und ihr das Augenlicht wiederzugeben.

Doch leider geschah kein Wunder. Nach einigen Minuten versank das Mädchen wieder tiefer in der Finsternis, und ein abscheuliches Gefühl der Hoffnungslosigkeit ergriff von ihr Besitz. Ein Wort, ein einziges Wort beherrschte ihre Gedanken: blind. Sie war blind! Für den Rest ihres Lebens würde sie eine erbarmungswürdige Invalidin sein. Das war meilenweit von dem entfernt, wie sie sich ihr Leben als Erwachsene vorgestellte hatte.

Erinnerungen tauchten in ihrem Kopf auf, Gesichter, ihre Eltern, ihre Geschwister, geliebte Orte, alles, was sie je schön gefunden hatte. Diese Bilder waren kostbarer als je zuvor, denn künftig würden keine neuen mehr hinzukommen. Das Mädchen klammerte sich an sie wie ein Schiffbrüchiger im Sturm an ein Stück Holz, wohlwissend, dass auch diese Erinnerungen irgendwann verblassen und schließlich in den Untiefen ihres Gedächtnisses verschwinden würden. Sie war dazu verdammt, für immer allein in dieser bleiernen Dunkelheit eingesperrt zu sein. In einem bodenlosen Schlund aus Ungerechtigkeit.

Von Verzweiflung überwältigt, durchlebte sie noch einmal die Szenen des Dramas. Am Abend zuvor hatte sie auf dem Leuchtturm von Zauberranke gegen Chimären gekämpft, die die Schule der Weltwanderer überfallen hatten. Vier ihrer Kameraden hatten an ihrer Seite gefochten, ebenso ihr Lehrer, Radjaniel der Messerschleifer. Aber gegen die Chiroptide, jene riesigen Fledermäuse, die aus dem Schleier herausgeströmt waren, hatten sie keine Chance gehabt. Die Biester waren ihnen zahlenmäßig zehnfach überlegen gewesen. Und so hatte Dælfine all ihren Mut zusammengenommen, um eine Schneise in die Reihen ihrer Feinde zu schlagen und ihren Freunden einen Fluchtweg freizukämpfen. Sie hatte etw


Beschreibung für Leser

Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

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