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Ivanhoe

Ivanhoe

von Walter Scott


Inhalt - Der angelsächsische Ritter Ivanhoe kehrt aus dem Heiligen Land nach England zurück. Obwohl er wegen seiner Gefolgschaft für Richard Löwenherz und seiner ... mehr zum Inhalt

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E-Book
Der Schwarze Ritter
449 Seiten

2016 Null Papier Verlag
Übersetzt von: Richard Zoozmann
ISBN 978-3-95418-272-5

Kurztext / Annotation

Der angelsächsische Ritter Ivanhoe kehrt aus dem Heiligen Land nach England zurück. Obwohl er wegen seiner Gefolgschaft für Richard Löwenherz und seiner Liebe zu Rowena von seinem Vater vom Hof verstoßen wurde, schleicht er sich als Pilger verkleidet dort ein.
In der Abwesenheit des Königs Richard Löwenherz hat dessen Bruder Johann versucht, die Macht an sich zu reißen. Gemeinsam mit dem geheimnisvollen schwarzen Ritter kämpft Ivanhoe gegen Johanns französische Verbündete. Aber er hat auch noch einen eigenen Kampf auszufechten, nämlich den um die Liebe seiner Angebeteten, Lady Rowena.
Der Roman wurde mehrfach verfilmt. Der im Jahre 1952 gedrehte Film 'Ivanhoe - Der schwarze Ritter' mit Robert Taylor und Elizabeth Taylor wurde für drei Oscars nominiert.
3. Auflage (Überarbeitete Fassung)
Umfang: 449 Buchseiten bzw. 442 Normseiten
Null Papier Verlag

Sir Walter Scott, 1. Baronet von Abbotsford FRSE (Geb. 15. August 1771 in Edinburgh; gest. 21. September 1832 in Abbotsford) war ein schottischer Dichter und Schriftsteller. Er war einer der - nicht nur in Europa - meistgelesenen Autoren seiner Zeit. Viele seiner historischen Romane sind Klassiker geworden und haben als Vorlage für zahlreiche Schauspiele, Opern und Filme gedient.


Textauszug

Erstes Kapitel

I n der anmutigen Provinz des glücklichen England, die der Don durchströmt, dehnte sich in alter Zeit ein großer Wald aus, der die lieblichen Hügel und Täler zwischen Sheffield und der freundlichen Stadt Doncaster bedeckt. Überreste dieses mächtigen Forstes findet man noch in der Umgegend der Rittersitze Wentworth, Warncliffe-Park und bei Rotherham. Hier hauste einst der sagenhafte Drache von Wantley, hier wurde manche blutige Schlacht im Bürgerkrieg der weißen und roten Rose ausgefochten, hier trieben vor alten Zeiten die tollkühnen Räuberhorden ihr Wesen, deren Taten durch die englischen Volkslieder überall bekannt geworden sind. Und hier liegt auch der eigentliche Schauplatz dieser Erzählung und die Zeit, zu der sie spielt, reicht bis zum Ende der Regierung Richards des Ersten, als seine Untertanen, die während seiner langen Gefangenschaft auf jede mögliche Weise bedrückt und geknechtet waren, seine Rückkehr wohl von Herzen wünschten, doch nicht zu erhoffen wagten. Der Adel, der während Stephans Regierung zu unbegrenzter Macht gelangt war, und den Heinrich der Zweite durch kluge Politik der Krone etwas von Neuem untertänig gemacht hatte, schlug jetzt wieder völlig über die Stränge, kümmerte sich nicht um den ohnmächtigen Protest des englischen Staatsrates, befestigte seine Schlösser, verstärkte die Zahl seiner Hörigen und Reisigen, machte sich alles in seiner Umgebung zu Vasallen und bot alle Kraft auf, um, jeder in seinem Kreise, zu Macht und Gewalt zu gelangen und in den aller Voraussicht nach nahe bevorstehenden staatlichen Katastrophen eine hervorragende Rolle spielen zu können. Die Angehörigen des niederen Adels oder die Franklins, wie man sie nannte, die von Gesetzes wegen und durch den Geist der englischen Verfassung berechtigt waren, von der Feudaltyrannei unabhängig zu bleiben, wurden durch diese Zustände mehr als je in ihrer Existenz gefährdet. Wenn sie sich, was meist der Fall war, dem Schutze eines der kleinen Könige aus ihrer Umgebung unterstellten, an seinem Hofe Lehnsdienste taten, oder sich in einem gegenseitigen Schutz- und Trutzbündnis verpflichteten, ihm in seinen Unternehmungen Beistand zu leisten, so hatten sie sich allerdings wohl eine vorübergehende Sicherheit erkauft, aber eben dafür die Unabhängigkeit hingegeben, die jedem englischen Herzen lieb und teuer ist, und sie konnten mit Bestimmtheit darauf rechnen, in ein unbesonnenes Unternehmen hineingezogen zu werden, zu dem sich ihr Schutzherr aus Ehrgeiz hinreißen lassen würde. Auf der anderen Seite standen den mächtigen Baronen so viele Mittel zu Gebote, die kleinen Adligen zu knechten und zu schurigeln, dass sie nie um einen Vorwand verlegen waren und nur in seltenen Fällen darauf verzichteten, mit ihren Feindseligkeiten alle die unter ihren weniger mächtigen Nachbarn zu verfolgen, die es wagten, sich ihrer Oberherrschaft zu entziehen und in diesen gefahrvollen Zeiten ihren einzigen Schutz in ihrer makellosen Führung und in den Gesetzen des Landes zu suchen.

Ein Umstand, dem es zum großen Teile zuzuschreiben war, dass der hohe Adel ein so tyrannisches Wesen treiben durfte und dass seine niederen Klassen in so arge Bedrängnis geraten waren, lag in den Folgen, die die Eroberung des Herzogs von der Normandie mit sich brachte. In vier Geschlechtern hatte sich weder das feindliche Blut der Normannen und der Angelsachsen vermischen, noch hatten sich durch gleiche Sprache, gleiche Ziele und Interessen zwei feindliche Stämme miteinander verschmelzen können, denn auf der einen Seite machten sich stets der Stolz und der Dünkel des Siegers geltend, und auf der anderen hatten die Folgen der Niederlage denn doch zu tiefe Wunden geschlagen.

Nach der Schlacht von Hastings hatte der normannische Adel die Gewalt völlig in Händen, und er machte nicht eben milden Gebrauch davon. Das Geschlecht der sächsischen Fürsten und Edelherren war entweder völlig vernichtet oder seines Erbteils beraubt


Beschreibung für Leser

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