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Fast ganz normal

Fast ganz normal

von Ben Segenreich; Daniela Segenreich


Inhalt - Ein ganz normales Land. Aber nur fast. Terror, Gasmasken, Sirenen, aber auch Hightech, gutes Essen und viel Lebenslust - all das ist Israel. ORF-Korrespondent ... mehr zum Inhalt

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E-Book
Unser Leben in Israel
224 Seiten

2018 Amalthea Signum Verlag GmbH
ISBN 978-3-903217-09-6

Kurztext / Annotation

Ein ganz normales Land. Aber nur fast. Terror, Gasmasken, Sirenen, aber auch Hightech, gutes Essen und viel Lebenslust - all das ist Israel. ORF-Korrespondent Ben Segenreich und seine Frau Daniela, seit dreißig Jahren in Israel zu Hause, zeichnen ein vielschichtiges Bild des kleinen Landes im Nahen Osten: Kenntnisreich, humorvoll und sehr persönlich erzählen sie von der Entwicklung des Staates und seinen internationalen Beziehungen, von Holocaust-Überlebenden, vom Lebensalltag unter dem Eindruck ständig präsenter Kriegsgefahr, von der weltoffenen Einstellung der Menschen, von den Gemeinsamkeiten der deutschen und hebräischen Sprache und vielem mehr. Mit zahlreichen Abbildungen aus dem Privatarchiv der Autoren

Ben Segenreich, Dr., geboren 1952 in Wien, Studium der Mathematik, Physik und Wirtschaftsstatistik. 1980-83 Informatiker in Wien sowie Österreich-Korrespondent der israelischen Tageszeitung 'Maariv'. 1983 Auswanderung nach Israel, ab 1988 Israel-Korrespondent des 'Standard', ab 1989 ORF-Korrespondent. Beiträge für zahlreiche Print- und elektronische Medien in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Daniela Segenreich-Horsky, Mag., geboren 1959 in Wien, Studium an der Universität für angewandte Kunst Wien. Ab 1986 freie Journalistin, 1988 Auswanderung nach Israel, Ausbildung und Tätigkeit im Bereich Kunst- und Familientherapie. Zahlreiche Beiträge für Printmedien in Österreich, Deutschland und der Schweiz ('Der Standard', 'Die Welt', 'NZZ', 'Wina' u. a.), freie Mitarbeiterin des ORF. Zuletzt erschienen: 'Zwischen Kamelwolle und Hightech. Starke Frauen in Israel' (2014)


Textauszug

Vorwort

Unaufgeregt in einem fast gewöhnlichen Land

Ben Segenreich

"Wird Israel im Jahr 2048 noch existieren?", "Warum es Israel in 50 Jahren vielleicht nicht mehr geben wird" oder schlicht "Wird Israel überleben?" - so und ähnlich lauten Titel von regelmäßig auftauchenden Artikeln, Aufsätzen oder Blogs, die teils in echter Sorge um den jüdischen Staat geschrieben werden und teils durchklingen lassen, dass die Verfasser ihn eigentlich für überflüssig halten. Israel scheint der einzige Staat zu sein, dessen Überlebens fähigkeit infrage gestellt wird und, was noch gravierender ist, dessen Überlebens berechtigung zur Debatte steht. Das geht so weit, dass das deutschsprachige Wikipedia sogar einen eigenen Eintrag zum Begriff "Existenzrecht Israels" aufweist. Einen Eintrag "Existenzrecht der Schweiz" oder "Existenzrecht Südsudans" wird man dort natürlich vergeblich suchen. Wenn ein ausländischer Politiker den Israelis Freundschaft und Verbundenheit bekunden will, dann erklärt er feierlich, dass ihr Staat das Recht habe, zu existieren. Würde der Politiker so etwas in Bezug auf irgendeinen anderen befreundeten Staat sagen, dann hielte man ihn für verrückt, aber bei Israel fällt das nicht weiter auf. Und es mag zwar gut gemeint sein, hat aber eine verunsichernde Wirkung, denn der Drang, den Israelis zu bescheinigen, dass sie existieren dürfen, bestätigt ja bloß, dass ihre Existenz eben doch irgendwie fraglich ist.

Allerdings kommt dieser Zweifel an Israel nicht nur von außen. Die Israelis selbst scheinen ihr Land immer noch nicht als etwas Selbstverständliches hinzunehmen. "Das kann nicht mehr lange so weitergehen" und "Wenn uns unsere Feinde nicht zerstören werden, dann werden wir uns selbst zerstören" sind Sätze, die ich ständig höre, seit ich als Einwanderer auf dem Ben-Gurion-Flughafen gelandet bin, und das ist jetzt auch schon bald 35 Jahre her. Israelis gegen Palästinenser, Juden gegen Muslime, Rechte gegen Linke, Religiöse gegen Nichtreligiöse, aschkenasische Juden gegen orientalische Juden, Arme gegen Reiche, Russen gegen Äthiopier - wie kann ein Land so viele Konflikte aushalten?

Ich maße mir nicht an, in die Zukunft sehen zu können, begnüge mich daher mit dem Blick auf die Vergangenheit und die Gegenwart und stelle dabei fest, dass Israel jetzt offensichtlich stabiler ist als jemals seit seiner Gründung vor 70 Jahren. In der Zeitstrecke, die ich selbst hier miterlebt habe, hat sich vieles verbessert, zum Beispiel die Restaurants, die Eisenbahn und die Inflationsrate. Durch die Erdgasfunde vor der israelischen Küste ist die Energieunabhängigkeit auf Jahrzehnte hinaus gesichert, der rechtzeitige Bau von Entsalzungsanlagen hat das Land, das zu 60 Prozent aus Wüste besteht, von der drückenden Sorge um die Wasserversorgung befreit, und heute gibt es vielversprechende Beziehungen mit Giganten wie China und Indien, die Israel früher gleichgültig bis feindselig gegenüberstanden. Israelische Sicherheitsexperten sind sich ziemlich einig darin, dass die militärische Bedrohung noch nie so gering war wie jetzt, was unter anderem daran liegt, dass die arabischen Staaten mit sich selbst beschäftigt sind. Der israelisch-palästinensische Konflikt bleibt natürlich ungelöst, was viel Leid mit sich bringt, vor allem für die Palästinenser, aber auch für die Israelis. Trotzdem ist es ein Faktum, dass ausgerechnet Israel, das von Anbeginn immer als die geopolitische Krisenzone gegolten hatte, nun seit Jahren, bis auf kurze Ausreißer, eine Insel relativer Ruhe ist. Die Betonung liegt dabei auf dem Wort relativ - die Lage ist ruhig im Vergleich mit dem, was in diesen Zeiten in Syrien, im Irak oder in Ägypten geschieht, und im Vergleich mit dem, was in früheren Zeiten zwischen Israelis und Arabern geschehen ist.

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Beschreibung für Leser

Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet


Biografische Anmerkung zu den Verfassern

Daniela Segenreich-Horsky, geboren 1959 in Wien, studierte in Paris, Wien und New York Design und PR für Theaterproduktionen und Kunst-Events in Wien. Ab 1986 arbeitete sie als freie Journalistin bei Trend und Cashflow. 1988 Auswanderung nach Israel, Studium der Kunst- und Familientherapie, Tätigkeit als Therapeutin. Sie hat zahlreiche Beiträge für Printmedien in Österreich, Deutschland und der Schweiz (u. a. Der Standard, Die Welt, NZZ, Wina) veröffentlicht. Daniela Segenreich-Horsky ist freie Mitarbeiterin des ORF.

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