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Armageddon im Orient

Armageddon im Orient

von Michael Lüders


Inhalt - Der Orient kommt nicht zur Ruhe. Während die Kämpfe vor allem in Syrien andauern, zeichnet sich bereits der nächste Konflikt ab: Präsident Trump und ... mehr zum Inhalt

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E-Book
Wie die Saudi-Connection den Iran ins Visier nimmt
269 Seiten

2019 Verlag C.H.Beck
ISBN 978-3-406-73778-7

Kurztext / Annotation

Der Orient kommt nicht zur Ruhe. Während die Kämpfe vor allem in Syrien andauern, zeichnet sich bereits der nächste Konflikt ab: Präsident Trump und seine Verbündeten nehmen den Iran ins Visier. Dahinter steht auch ein Machtkampf zwischen Riad und Teheran. Michael Lüders schildert die Ursachen des Konflikts seit dem 18. Jahrhundert und erklärt, warum der Westen einseitig Partei ergreift. Unter Obama wurde 2015 das Atomabkommen mit dem Iran geschlossen. Doch obwohl Teheran sich erwiesenermaßen an alle Verpflichtungen hält, bricht der Konflikt jetzt erneut auf. Warum ist das so? Ist der Iran wirklich ein "Schurkenstaat"? Welche Rolle spielen die engen wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen den USA und Saudi-Arabien, die sogenannte "Saudi-Connection"? Und gibt es tatsächlich eine religiöse Feindschaft zwischen Sunniten und Schiiten? Gewohnt anschaulich und pointiert erklärt Michael Lüders die Konflikte und macht deutlich, warum der Region ein neuer dreißigjähriger Krieg droht.

Michael Lüders war lange Jahre Nahost-Korrespondent der Hamburger Wochenzeitung DIE ZEIT. Als Nahostexperte ist er häufiger Gast in Hörfunk und Fernsehen. Bei C.H.Beck sind von ihm lieferbar: "Wer den Wind sät" (2018), "Die den Sturm ernten" (2017) sowie der Thriller "Never Say Anything" (2016).


Textauszug

Treibsand: Unter Gläubigen

Nicht Religion trennt Sunniten und Schiiten, sondern Machtpolitik

Unsere Geschichte beginnt im 18. Jahrhundert auf der arabischen Halbinsel, einer der unwirtlichsten Regionen der Erde. Im Sommer wird es dort bis zu 50 Grad heiß, während die Temperaturen nachts bis auf den Gefrierpunkt fallen. Seit der Zeit des Propheten Mohammed, des islamischen Religionsstifters, hatten sich die Lebensformen kaum verändert. Die meisten Menschen lebten entweder als Bauern in weit verstreut liegenden Oasen oder waren nomadische Viehzüchter. Deren wichtigstes Nutztier war das Kamel, das nötigenfalls tage- und sogar wochenlang ohne Wasser auskommt. Kamele dienten nicht allein als Transportmittel, sie waren gleichermaßen ein bedeutendes Handelsgut, auch in die Nachbarländer, ebenso wie ihre Wolle, Butter, Felle. Neben Kamelen wurden vorzugsweise Rassepferde exportiert. Das einzige "urbane Zentrum" jener Zeit, auf dem Gebiet des heutigen Saudi-Arabiens, war die Pilger- und Handelsstadt Mekka, strategisch günstig an der Schnittstelle mehrerer Karawanenstraßen gelegen. In der damaligen Wahrnehmung gab es kaum einen Unterschied zwischen "Stadt" und "größerer Oasensiedlung". Dabei handelte es sich meist um dörfliche Ansammlungen von Lehmhäusern mit Stroh- oder Palmwedel-Dächern, oft von einer Stadtmauer umgeben, ebenfalls aus Lehm. Die soziale Organisationsform war in erster Linie die Großfamilie, der Clan, und der Stamm, der Zusammenschluss größerer Sippschaften.

Die vorherrschende Subsistenzlandwirtschaft, die auf sehr einfachen, primitiven Anbaumethoden hauptsächlich rund um die Palme als Dattel-Lieferant beruhte, ferner die feindliche Natur, begrenzte Handelsbeziehungen der Oasen untereinander, Stammesrivalitäten - sie erklären wesentlich, warum das Arabien jener Zeit keine zentrale Staatlichkeit kannte. Das auf der gegenüberliegenden Seite des Roten Meeres gelegene Ägypten hatte dagegen schon vor 5000 Jahren eine Hochkultur begründet. Deren Ursprünge ergaben sich aus der Notwendigkeit, das Nilwasser möglichst effizient und gerecht zu verteilen. Dementsprechend lag die Macht in Händen des gottgleichen Pharaos. Arabien jedoch, eines der rückständigsten Gebiete im Orient, lebte bis zum Beginn der Erdölförderung in den 1930er Jahren in wirtschaftlicher, sozialer und politischer Hinsicht im frühen Mittelalter. Mangels Zentralstaatlichkeit gab es auch keine Sicherheit: Mit Vorliebe überfielen verfeindete Beduinenstämme einander oder sie raubten Karawanenzüge aus. Diese Überfälle, arabisch ghazzu (unser Wort Razzia leitet sich davon ab), galten als legitimer und angesehener Erwerbszweig, als Ausdruck von Mannestum. In der Regel verfolgten sie nicht das Ziel, den Gegner zu töten, sondern ihn auszurauben. Das Ergebnis war allerdings oft genug dasselbe, denn die Opfer, vielfach Oasenbewohner, starben anschließend häufig den Hungertod.

Wer den Film "Lawrence von Arabien" gesehen hat oder einmal als Tourist in Jordanien war, kennt das Wadi Rum im Süden, unweit der Nabatäer-Stadt Petra. Diese Wadis, Trockentäler, enthalten vielfach unterirdische Wasserläufe, aus denen sich die Oasen speisen. Regenfälle sind selten, doch wenn sie erfolgen, gehen sie meist als Sturzregen nieder. Innerhalb kürzester Zeit füllen sich dann die Wadis mit gewaltigen Wassermassen, die alles mit sich reißen, auch ganze Oasensiedlungen. Wadis durchziehen Arabien wie Lebensadern, sie sind Heimat der größten Stämme und Herrscherdynastien. So auch das Wadi Hanifa mit der heutigen Hauptstadt Riad, Heimat und Wiege des Wahhabismus wie auch der Dynastie der Al Saud, nach denen Saudi-Arabien benannt ist. (Das "Al" bezeichnet hier nicht den arabischen Artikel, sondern bedeutet Stamm, Clan, gesprochen mit langem A: Aal. Etymologisch eine Ableitung von "ill", was Pakt und Treuebündnis ebenso bedeutet wie Blutsverwandtschaft.) Das Wadi Hanifa liegt im zentralarabischen


Beschreibung für Leser

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