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Rezensionen




Kill 'em all
von John Niven
Der neue Niven mit dem alten Steven Stelfox ist da und wieder bin ich restlos begeistert. 19. März 2019
2017 – die Ära von Trump, Brexit und Fake-News. Zwanzig Jahre sind seit Steven Stelfoxs mörderischem Rundumschlag in Kill Your Friends vergangen. In Gott bewahre trat er noch einmal als unerbittlicher Juror der größten amerikanischen Casting-Show in Erscheinung.
Nun, mit siebenundvierzig Jahren genießt er ein geruhsames Jetset-Leben. Wenn er Langeweile hat, verdingt er sich als Berater in der Musikindustrie. Und löst Probleme.
Und sein alter Freund James Trellick, mittlerweile CEO der größten amerikanischen Plattenfirma, hat ein massives Problem: Sein Künstler Lucius Du Pre ist der erfolgreichste Popstar auf Erden. Nun ja, er war der erfolgreichste Popstar auf Erden. Inzwischen ist er ein hoffnungsloser Junkie und unberechenbares Sexmonster. Um die irrsinnigen Vorschüsse wieder einzuspielen, ist eine weltweite Comeback-Tour geplant. Doch dafür müsste er erst wieder in Form kommen. Und es gilt einen Erpressungsversuch abzuwenden - ein Video mit kompromittierenden Szenen, das nie an die Öffentlichkeit gelangen darf....(Klappentext)

♫♫♫♫♫

"Falls ihr euch in den letzten fünfzehn Jahren den Taliban angeschlossen, in einer Höhle gehaust, Nagelbomben gebaut und Bergziegen penetriert haben solltet, stelle ich mich gerne noch mal kurz vor...."
(S. 10)

Trigger: Sexismus, Rassismus, Pädophilie, Drogen- und Alkoholmissbrauch

Der Oberarsch ist wieder da! Noch geld- und machtgeiler, mit einer Arroganz, die einem regelrecht entgegen springt, mit einem ausgeprägten sexistischem Arschlochgehabe und narzisstischer als Trump. Die Rede ist von Steven Stelfox.
In den 90ern Musik-Manager der über Leichen ging ("Kill your Friends"), 2003 wollte er bei einer Castingshow Jesus persönlich übern Tisch ziehen ("Gott bewahre") und nun, mit 47, genießt er sein Leben mit seinen, mehr oder weniger, hart erarbeiteten Millionen. Doch Geld kann man ja bekanntlich nie genug haben und daher verdient er sich hin und wieder ein kleines Taschengeld hinzu (unter einem sechsstelligen Betrag läuft da natürlich gar nichts). Als Problemlöser, besser gesagt als "Consultant", wenn Deals an Land gezogen werden müssen oder jemand im Showbiz abgesägt werden soll, dann ruft man Stelfox an.

Wo Stelfox ist, ist James Trellick nicht weit - Rechtsverdreher und Geschäftsführer eines Musiklabels und dieser benötigt nun genau solche Art von Hilfe.
Sein Star ist der erfolgreichste Popstar ever, quasi "The Emperor of Pop". Dieser hat ein massives Drogenproblem, hat abstoßende sexuelle Vorlieben und wird nun erpresst. Das alles gerade kurz vor seiner Comeback-Tour und völlig pleite ist der auch noch. Keine Frage, hier muss einer her der keine Moral kennt und keine Skrupel hat - einer wie Stelfox und dieser hat eine ganz eigene Art mit Problemen dieses Kalibers umzugehen und diese auch zu beseitigen.

Wir lesen hier aus mehreren Perspektiven. Allen voran natürlich aus Stevens Sicht, weiters aus die des problem- und medikamenten-durchgebeutelten Popstar, der Erpresser und aus der Sicht des Anwalts der Erpresser. Man ist also immer auf dem Laufenden. Beim Popstar wird schnell klar auf wen sich Niven hier eingeschossen hat. Auch wenn klar ist, dass es sich hier nicht um Michael Jackson handelt, so entdeckt man doch sehr viele Parallelen, auch wenn diese völlig gegenteilig sind.

"Lucius hatte - das bekam er schon seit Kindheitstagen zu hören - den Gang eines Schwarzen. Er tanzte wie ein Schwarzer. Er sang wie ein Schwarzer. Unglücklicherweise und zu seiner unendlichen Frustration war er von Geburt an weiß.
In den letzten zwanzig Jahren hatte er eine Reihe kostspieliger, gewagter und - in einigen Fällen - überaus unbedachte Operationen über sich ergehen lassen, um diesen Zustand zu korrigieren."
(S. 32)

Das Lucius Du Pre, der besagte Popstar, völlig im Eckt steht, wird ebenso schnell klar. Zu Mißbrauch von verschreibungspflichtigen Medikamenten und minderjährigen Jungen, kommt noch ein völlig verkorkstes und vor allem pathologisches Selbstbild hinzu.

Stelfox ist das alles egal. Ihm geht es nur darum, das Problem in den Griff zu bekommen, eine Lösung zu finden und daraus natürlich auch ordentlich Kapital zu schlagen. Doch alles läuft aus dem Ruder und die einzige Frage die er sich dann stellt ist: "Über wieviel Leichen muss ich diesmal gehen?"

"...Ich meine aber auch, dass diese Idioten genau das sind, worauf die Millionen von hirnverbrannten, inzüchtigen, hinterwäldlerischen, arschgesichtigen Yankee-Raver stehen, die Woche für Woche die Clubs von Las Vegas bevölkern, um bei den Sets von Dj Rektalkrebs und MC Kacke-ich-hab-mich-eingeschissen den Verstand zu verlieren."
(S. 48)

Steven ist noch immer der gleiche Arsch so wie wir ihn aus "Kill your friends" und "Gott bewahre" kennen - ein Unsympathler und geldgeiler Wichser ohne Gewissen. Political Correctness - Fehlanzeige und aufgrund der oben genannten Triggerwarnung sind manche Szenen wirklich harter Stoff.
Zwischen mir und diesem Protagonisten besteht so etwas wie eine Hass-Liebe. Ich hasse ihn als Mensch, aber liebe ihn als Protagonisten. Vor allem liebe ich jedoch die populistische Art des Autors uns den Kapitalismus, nicht nur in der Musikindustrie, vor Augen zu halten und das auf seine unvergleichliche Art und Weise - direkt, derb, schockierend, aber auch mit verdammt viel schwarzen Humor und Sarkasmus.

"Lucius Du Pre ist pleite. Aber nicht so pleite, wie ihr das kennt.
Ihr Idioten, die ihr nichts besseres zu tun habt, als auf eurem dämlichen Arsch zu sitzen und ein beschissenes Buch zu lesen."
(S. 53)

Beim Lesen wechseln sich Abscheu und Entsetzen mit Lachen und Spannung mit einem unglaublichen Tempo ab. Unzählige Wendungen halten einem auf Trab, während einem die heutige Gesellschaft und deren Sucht nach Fame und Geld vor die Nase geknallt wird. Das Ende ist absolut abgefahren, lässt einem böse grinsen und gleichzeitig auf eine Fortsetzung hoffen.

Dies ist übrigens der 3. Teil der Stelfox-Reihe, wenn man so will. Jeder Band kann aber durchaus eigenständig gelesen werden. Ich empfehle jedoch zumindest "Kill your Friends" vor dem vorliegenden Buch zu lesen, um in die Stelfox-Welt einzutauchen.

Fazit:
Und wieder lässt mich ein Niven begeistert zurück und wieder kann ich mich nur wiederholen, indem ich sage, dass dieser Autor es einfach drauf hat die Leser zu schockieren, zum Lachen zu bringen und gleichzeitig über unsere kapitalistische Gesellschaft nachzudenken.

© Pink Anemone

Killerbody
von Fajah Lourens
Es gibt zu diesem Themenbereich sicherlich bessere Bücher als dieses... 19. März 2019
Fajah Lourens möchte dem Leser und Trainingsgewillten mit ihrem Buch „Killerbody“ wohl gut gemeinte Tipps und Tricks aufzuzeigen, um den hart erkämpften Winterspeck wieder loszuwerden und einen neu gestählten Körper zu erlangen - und stellt deshalb sogleich ein ganzes Programm vor..
Die Kombi fand ich persönlich erst einmal recht interessant. Sportprogramm, gebündelt mit Ernährungsplan und allgemeinen hilfreichen Anregungen ziehen sich denn auch durchgängig durch ihren Ratgeber. Gut fand ich dabei die Schlichtheit des 'Programms' (wobei wiederum auch nichts grundsätzlich Neues dabei ist) und die nachvollziehbaren, bzw. verständlichen Anleitungen und Beschreibungen.
Schlecht fand ich die sehr einseitige ernährungs-technische Herangehensweise, bzw. die strikten Vorgaben zur Ernährung. Fragwürdig, ob das letztlich so wirksam ist und – trotz thematisierten Jojo-Effekts – der Erfolg des Abnehmens und Sporttreibens damit bleibt. Ich setze da selber generell mehr auf gesunde / ausgewogene Ernährung (ohne genaues Abwiegen von Reis etc. wie im Buch) und somit auch weniger auf hochspezialisierte Ernährungspläne wie z.T. im Buch beschrieben mit Whey-Isolat, Whey-Protein oder Casein-Protein. Das Ernährungsprogramm fällt somit für mich durch und kann höchstens mit einigen der enthaltenen Rezepte mal als kleine Anregung dienen.
Die Trainingseinheiten (wie gesagt, die Übungen sind altbekannt) setzen vorwiegend auf Eigenkörpergewichts-Einheiten und nehmen dazu auch mal einen Stuhl, gefüllte Wasserflaschen oder Gymnastikband und Springseil zur Hilfe. Alles in allem ganz gut und auch simpel „nachzuturnen“. Zu allen Übungseinheiten gibt es eine ausreichende Bebilderung (Fotos) und Beschreibungen. Die Zusammenstellung der Übungseinheiten finde ich in Punkto Schwierigkeit persönlich auch ganz in Ordnung, selbst für Einsteiger / Anfänger.
Die Autorin machte allerdings auf mich keinen sonderlich sympathischen Eindruck (zu viele „selbstverliebte“ Bilder..) und das Buch enthält meines Erachtens auch einigen unnötigen Füllstoff oder wenig belegte wissenschaftliche Hintergründe.
Insofern würde ich „Killerbody“ insgesamt nur sehr eingeschränkt weiterempfehlen, da es zu diesen Themen sicherlich bessere Bücher und Programme gibt. Meinerseits als Bewertung deshalb nur 2 Sterne.

Tatort Dorf
von Gisbert Strotdrees
Interessante Einblicke in historische Kriminalfälle aus Dörfern, sowie in die Geschichte selbst 19. März 2019
Ein Erzbischof wird im Wald erschlagen. Ein Torfstecher findet eine Leiche im Moor. Eine Lehrerin wird von einem Verehrer verfolgt, bis er sie in der Bauernschaftsschule aufspürt und ein Messer zückt. Von rund 30 historischen Kriminalfällen vom Land berichtet dieses Buch. Der Autor Gisbert Strotdrees, Historiker und Journalist, hat dafür Gerichtsakten, Dorfchroniken und Verhörprotokolle gewälzt. Alle Fälle im Buch haben zweierlei gemeinsam: Sie haben sich auf dem Land, in Dörfern oder Bauernschaften ereignet, und sie sind nicht erdacht, sondern haben sich tatsächlich zugetragen!...(Klappentext)

☠☠☠☠☠

"Unter dem Strich gewähren die Aufzeichnungen des Gogerichtes zur Meest einen Blick auf den Tatort Dorf und lassen in Abgründe blicken:
Abgründe menschlicher Existenz in karger Zeit."
(S. 35)

Von wegen, die wahrhaft grausigen Verbrechen fanden schon dazumal hauptsächlich in den Städten statt. Von wegen, auf der Alm, oder in diesem Fall auf dem Dorf, da gibt's koa Sünd!
Dieses Buch enthält historischer Kriminalfälle aus Dörfern und hierbei handelt es sich keineswegs nur um Diebstahl von Weizen und Hühnern. Mord und Totschlag, Sexualverbrechen und schwerer Raub, kamen damals ebenso in kleinen Gemeinden und Dörfern vor und waren nicht weniger erschütternd als Kriminalfälle in den großen Städten.

Die hier aufgeführten Kriminalfälle beginnen im Jahr 1225, gehen bis 1966 und beschränken sich auf Westfalen. Es beginnt mit der Ermordung des Kölner Erzbischofs am 7. November 1225, man erhält Einblick in Westfalens berühmtesten Mordfall 1783, welcher auch in dem Klassiker "Die Judenbuche" verarbeitet wird, man entdeckt 1922 eine Moorleiche und fandet im Jahr 1966 573 Tage nach Bruno Fabeyer, etc.

In diesen Berichten werden Tat, Motiv, sowie das Strafverfahren beschrieben, wobei dies auf sehr plastische und detailierte Art und Weise geschieht. Man erhält einen kurzen Einblick in die Biographie der Beteiligten und Einsicht in Verhörprotokolle, Ermittlungsakten und Zeitungsberichten. Doch dieses Buch enthält nicht nur Kriminalfälle. Es wird einem einen Blick in den Oldenberger Sachsenspiegel, ein Rechtsbuch aus dem 13. Jahrhundert,gewährt, erfährt was es mit so manchen Steinkreuzen auf sich hat oder was an Moorleichen so faszinierend ist.

"Wenn jemand etwas findet und er es leugnet, wenn man danach fragt, ist das Diebstahl. Was ein Mann findet oder Dieben oder Räubern abjagt, soll er seinen Dorfgenossen und in der Kirche bekanntmachen."
(S. 15 - Auszug aus dem Oldenburger Sachsenspiegel)

So manches ist auch äußerst amüsant zu lesen. So durfte man z.B. im Mittelalter auch für Beleidigungen belangt werden. Die Bezeichnungen "Hundsfott" oder "Lümmelschwanz" waren z.B. Beleidigungen schweren Kalibers und wenn man jemandem während eines Streits den blanken Hintern zeigte, war wirklich Schluß mit lustig.

Aufgrund der Aufführung von Dorfchroniken erhält man zusätzlich Einblick in die jeweiligen Dorfgemeinschaften und deren Geschichte, blickt somit quasi hinter die Kulissen.
Durch die chronologische Anordnung sieht und erkennt man gleichzeitig den Wandel der Zeit und die dadurch auftretenden Veränderungen innerhalb der Dorfgesellschaften und die Krisen, welche bestimmte Zeiten mit sich brachten. Es ist also nicht nur ein Buch über historischer Kriminalfälle, sondern es werden einem gleichzeitig die Geschichte selbst näher gebracht.

"Rädern hieß:
Der Verurteilte wurde auf den Boden gelegt, gestreckt und festgepflockt. Dann zerschlug ihm der Henker mit einem scharfkantigen Wagenrad die Gliederknochen.
Der zermarterte Körper wurde dann auf ein anderes Rad gelegt. Die Gliedmaüen wurden dabei wie Flechtwerk durch die Speichen geschoben. Der Delinquent starb nach endlosen Qualen durch Verbluten oder Herzstillstand."
(S. 12)

Dies alles wird in einem flüssigen Schreib-, packenden Erzählstil und leicht verständlich an den Leser gebracht. Wie schon erwähnt werden Taten sehr detailliert beschrieben und diese sollten dann wohl von sensiblen Lesern besser überblättert werden.

Zusätzlich enthält dieses Buch zahlreiche Abbildungen, wie z.B. von Zeitungsausschnitten, Gemälden, Fotographien, oder auch wie eine Tatortskizze aus dem Jahr 1607 aussah. Dies trägt zusätzlich zu einem besseren Verständnis bezüglich der damaligen Zeit bei.

"Die Täter sollten den Bruder des Toten ein Schwert sowie zehn Schillinge geben, für die Versorgung der Kinder des Toten aufkommen sowie >>zum Seelenheil des Toten<< 30 Messen lesen lassen und zwei Wallfahrten unternehmen. Außerdem wurden sie verurteilt >>ein steinernes Kreuz zu setzen vor Albaxen<<, wo die Tat geschehen ist." (S. 30)

Am Ende befindet sich noch ein ausführliches Quellen- und Literaturverzeichnis, falls man sein Wissen zu einem bestimmten Fall oder allgemein bezüglich Geschichte, vertiefen möchte.

Fazit:
Bezüglich Literatur zu historischen Kriminalfällen war dies mein absolutes Lesehighlight. Man erhält hier nicht nur Einblick in historische Kriminalfälle, sondern auch gleichzeitig in den Wandel der Zeit und somit in die Geschichte, egal ob bezüglich auf die Dorfgesellschaft, die Kriminalistik oder allgemein. Die zahlreichen Abbildungen konnten meine Begeisterung sogar noch toppen und somit war dies ein Sachbuch, welches ich, trotz der Thematik, regelrecht verschlungen habe.

© Pink Anemone (mit vielen Bildern aus dem Buch, Autoren-Info und Link zum Buchprojekt)

Wienerwald
von Werner Gamerith
Ein wunderschöner Bildband 19. März 2019

Mit diesen schönen Bildern und den Informationen, lässt sich wunderbar eintauchen in eine Welt, die man schon verloren glaubte.
Vielleicht hilft es dem Einen oder Anderen das Verlangen nach Freiheit und Natürlichkeit, welches in ihr oder in ihm schlummert, wieder mehr in den Vordergrund treten zu lassen.
Danke für dieses wunderschön aufrüttelnde, allessagende Vorwort.

Er ging voraus nach Lhasa
von Nicholas Mailänder
Lhasa 19. März 2019
Mithilfe der Originaltexte von Peter Aufschnaiter schildert Nicholas Mailänder dessen faszinierende Lebensgeschichte sehr detailliert. Er beginnt die Erzählung mit seinem Leben im bäuerlichen Tirol und seiner Leidenschaft zum Bergsteigen und Klettern. Er schreibt über die Entstehung der Idee zur Nanga-Parbat-Expedition und Aufschnaiters Beziehung zu Heinrich Harrer, der schneller als er selbst ein Buch über die Flucht aus dem Internierungslager in Dehra Dun, die Odyssee durch das tibetische Hochland und den Aufenthalt in Lhasa schrieb, obwohl es Aufschnaiter war, der die Idee hatte nach Tibet zugehe. Auch die erfolgreiche Umsetzung des Projekts sind, laut Aufschnaiters Berichten, ihm zuzuschreiben.
Am Ende schreibt Mailänder über Aufschnaiters Leben nach der Pensionierung, das er auch weiterhin in Nepal verbrachte und letztendlich nepalesischer Staatsbürger wurde.
Im Anhang findet sich eine Zeittafel zu Peter Aufschnaiters Leben sowie die Geschichte des Staates Tibet (1913 - 1950) und ein Überblick über den tibetischen Buddhismus.
Mit der Biographie von Peter Aufschnaiters Leben hat Mailänder ein spannendes Buch für Bergsteiger und Abenteurer geschrieben, das einen neuen Blick auf den Mythos „Sieben Jahre in Tibet“ zulässt.

Ein perfider Plan
von Anthony Horowitz
Genial! 19. März 2019
Als ich „Ein perfider Plan“ zu lesen begann, hatte mich auf einen netten Krimi eingestellt. Doch dieses Buch hat mich wirklich überrascht! Ich bin sehr begeistert. Aber von Anfang an:
Der Clou an diesem Roman ist, dass der Autor Anthony Horowitz über sich selbst schreibt. Anthony Horowitz, Autor und Drehbuchautor, bekommt ein Angebot von einem Ermittler, ein Buch über seinen aktuellen Fall zu schreiben. Dabei mag er diesen Ermittler, Hawthorne, nicht mal besonders. Doch der Fall ist interessant: Diana Cowpder hat ein Beerdigungsinstitut besucht, um ihre eigene Beerdigung zu organisieren. 6 Stunden später ist sie tot – ermordet. Wusste sie, dass sie ermordet werden wird? Horowitz lässt sich also auf das Angebot ein.
Hawthorne ist wortkarg, unfreundlich und nicht besonders sympathisch. Horowitz ist sein Gegenstück: nett, empathisch, manchmal naiv. Besonders fasziniert hat mich, wie der Autor immer wieder sein eigenes Leben und seine bisherigen Werke ins Buch einfließen lässt. Stellenweise hat man wirklich das Gefühl, ein autobiographisches Werk zu lesen. Aber dieser Fall ist ja nicht wirklich passiert. Oder doch? Diese Verflechtung von Fiktion und Fakten passiert nicht halbherzig, sondern wird perfekt durchgehalten. Bis zur allerletzten Seite (die mir noch einmal besonders gut gefallen hat!), besser noch, sogar bis zur Danksagung.
Und auch der Kriminalfall und dessen Lösung sind äußerst intelligent erdacht. Ich liebe solche Krimis, bei denen man miträtselt, auf falsche Fährten geführt wird und am Ende ist doch alles ganz logisch und einleuchtend. Und das Ende ist so spannend! Ich musste die letzten 100 Seiten am Stück lesen.
Was ich auch noch unbedingt anmerken muss: Das Buch ist wunderschön gestaltet. Es hat einen Leineneinband und die Schrift und die Bilder sind geprägt. Ein wahres Schmuckstück für jedes Bücherregal.
Ich hoffe sehr, dass Band 2 bald auf Deutsch erscheint und dass die Reihe noch viele weitere Bände bekommen wird. Und während des Wartens werde ich mir die anderen Bücher von Horowitz anschauen, mal sehen, ob sie ähnlich genial konstruiert sind.
Eine große Leseempfehlung an alle Krimiliebhaber für dieses Buch!

Er ging voraus nach Lhasa
von Nicholas Mailänder
Lhasa 19. März 2019
Mithilfe der Originaltexte von Peter Aufschnaiter schildert Nicholas Mailänder dessen faszinierende Lebensgeschichte sehr detailliert. Er beginnt die Erzählung mit seinem Leben im bäuerlichen Tirol und seiner Leidenschaft zum Bergsteigen und Klettern. Er schreibt über die Entstehung der Idee zur Nanga-Parbat-Expedition und Aufschnaiters Beziehung zu Heinrich Harrer, der schneller als er selbst ein Buch über die Flucht aus dem Internierungslager in Dehra Dun, die Odyssee durch das tibetische Hochland und den Aufenthalt in Lhasa schrieb, obwohl es Aufschnaiter war, der die Idee hatte nach Tibet zugehe. Auch die erfolgreiche Umsetzung des Projekts sind, laut Aufschnaiters Berichten, ihm zuzuschreiben.
Am Ende schreibt Mailänder über Aufschnaiters Leben nach der Pensionierung, das er auch weiterhin in Nepal verbrachte und letztendlich nepalesischer Staatsbürger wurde.
Im Anhang findet sich eine Zeittafel zu Peter Aufschnaiters Leben sowie die Geschichte des Staates Tibet (1913 - 1950) und ein Überblick über den tibetischen Buddhismus.
Mit der Biographie von Peter Aufschnaiters Leben hat Mailänder ein spannendes Buch für Bergsteiger und Abenteurer geschrieben, das einen neuen Blick auf den Mythos „Sieben Jahre in Tibet“ zulässt.

Welch schöne Tiere wir sind
von Lawrence Osborne
Schön wie Panther 19. März 2019
Schauplatz dieses Romans ist die griechische Insel Hydra. Hier machen privilegierte Familien ihren Sommerurlaub.
Der reiche Jimmie Codrington und seine griechische Frau Phaine sowie seine 24jährige Tochter Naomi haben dort eine Villa und auch ein Hausmädchen.

Naomi begegnet einer amerikanischen Familie und freundet sich mit der 20jährigen Samantha an. Die beiden jungen Frauen finden auf einem entlegenen Teil der Insel durch Zufall einen arabischen Mann, vermutlich ein syrischer Flüchtling. Aber Faoud gibt nichts von sich preis. Naomi möchte ihm helfen und hat eine Idee mit fatalen Folgen.
Überraschend, wie die Handlung sich entwickelt, aber da sollte man nicht zu viel verraten.

Das Buch hat eine raffinierte psychologische Note. Naomi scheint sehr gelangweilt. Das Treffen mit Faoud gibt ihr innerlichen Aufschwung.

Der Roman ist sprachlich sehr elegant und zwingend gemacht. Immer wieder stößt man auf bemerkenswerte Sätze. Teilweise sind es detailreiche Beschreibungen der wunderschönen griechischen Insel, jedoch in knapper Form, nichts wird unnötig ausgeschmückt. Und teilweise sind es Sätze wie Metaphern. Insgesamt entwickelt sich viel Atmosphäre.

Ich bin froh, diesen Autor jetzt entdeckt zu haben.
Ankommen 18. März 2019
von manu63
Hundeherz und Liebesglück ist ein kurzer Liebesroman der Autorin Petra Schier. Elke ist gestresste Flugbegleiterin und freut sich auf 6 Wochen Urlaub in einem Wellness-Hotel, statt dessen landet sie in einer Ferienwohnung auf einem Bauernhof. Dort entwickelt sich der Urlaub ganz anders als geplant, denn der Jungbauer Bruno bringt in Elke unbekannte Gefühle zu Tage.

Die Protagonisten Bruno und Elke erinnern sich wie alles zwischen ihnen begann und so reist der Leser immer wieder 16 Jahre zurück und erlebt mit, wie Elke auf dem Bauernhof ankommt und darf durch ihre Gedankenwelt erfahren was sie vom Hof und Bruno hält und umgekehrt wie Bruno sich fühlt als er Elke sieht.

Die Geschichte ist gefühlvoll aufgebaut und geizt nicht mit romantischen Augenblicken. Lichterhaven wird in sanften Farben gemalt und als Leserin fühlte ich den Wind und das Wasser lebendig mit. Insgesamt eine Geschichte zum wohlfühlen und entspannen, die nicht ins kitschige abrutscht.

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