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Rezensionen




Eiswelt
von Jasper Fforde
Ein abgefahrener Science-Fantasy, der einem die Kälte in die Knochen kriechen lässt und nicht mehr loslässt 19. Januar 2019
In einer Welt, die der unseren gar nicht so unähnlich ist, hat die Eiszeit nie aufgehört. Jedes Jahr versinkt während der Wintermonate alles in Eis, Schnee und Dunkelheit. Selbst die Menschen ziehen sich zurück und halten Winterschlaf – außer die Winterkonsuln. Sie wachen über den Schlaf der Menschen, denn draußen in der Dunkelheit treiben heulende Bestien ihr Unwesen. Hier tritt der junge Charlie seine erste Arbeitsstelle an, und sie entwickelt sich schon bald zu einem Albtraum. Denn wenn Charlie diesen Winter überleben will, muss er wach bleiben. Um jeden Preis … (Klappentext)

❄❄❄❄❄

"Der Feind, das sind weder die Schurken noch Womaden, Aasfresser, Wintersomniasten, Eis-Eremiten,
Megafauna, Nachtwandler, Frostnager oder fleischfressender Kaltschleim -
es ist der Winter.
Um zu überleben, musst du ihn zuallererst respektieren...."
(S. 53)

Stellt Euch vor, die Eiszeit hätte nie geendet. Eis, Schnee und Kälte 365 Tage im Jahr und im Winter fallen die Temperaturen bis zu Minus 50°C. Wenn die Temperaturen nur auf Minus 40°C fallen, spricht man von einem milden Winter. Um diesen Winter zu überstehen muss man sich erstmal ordentlich Fettdepots anfuttern und den Winter dann überschlafen.
Stellt Euch vor alle gehen in dieser Zeit in spezielle Einrichtungen, um zu überwintern....nur Ihr nicht, denn Ihr gehört zu den Wächtern für die Schlafenden. Ihr seid auf Euch gestellt, wach und beginnt doch wie alle anderen zu träumen. Stellt Euch vor die Eiszeit hätte nie geendet.....

"Sie erzählten von wochenlang anhaltenden Blizzards, dicker als Milch,
von in Eis gehüllten Bäumen, die aussahen, als seien sie luftdicht in Glas verpackt.
Von Regen, der gefroren wie tausend Edelsteine vom Himmel fiele und mit dem süßen Klang kleiner Glöckchen auf die Steine prasselte,
von so niedrigen Temperaturen, dass Quecksilber in den Thermometern erstarrte
und die Menschen, die so dumm waren, sich nach draußen zu wagen, binnen Minuten steifgefroren wurden."
(S. 61)

Der Autor hat mit "Eiswelt" einen bizzaren und spannenden Science-Fantasy erschaffen. Eine Welt, die im Hinblick auf unsere eine verkehrte Welt zu sein scheint.
Klimawandel in die entgegengesetzte Richtung, man muss fett sein, um den Winter zu überleben und Winterfell (ausgeprägte Körperbehaarung) ist in und sogar ein Muss. Kinder werden nicht abgetrieben, sondern regelrecht produziert, was für die Gesellschaft eine wichtige Unterstützung bedeutet und je mehr Kinder eine Frau bekommt, umso angesehener ist sie. Man ist legal auf Droge und Träume sind verpönt, da energieraubend. Gleichberechtigung ist Standard und sexistische Machos werden verachtet.

Dieses Kontrakonzept im Hinblick auf unsere Welt hat der Autor auch bei dem ein oder anderen Namen angewandt. So gibt es auch in "Eiswelt" z.B. einen britischen Abenteurer, der einem im TV das Überleben in der Wildnis erklärt. Hier heißt er jedoch nicht Bear Grylls, sondern Gaer Brills und so mancher Name erinnerte mich stark an Monty Python. Es gibt hier z.B. eine Schwester Vulvolia und eine Schwester Placentia.

">>In Jutesäcke eingewickelt und mit Gänseschmalz eingeschmiert mit Minimal-BMI auf Bäumen pennen<<,
schnaubte Lucy bezüglich der Ideen von Gaer Brills.
>>Da wird es den ganzen Winter über Hipster regnen.<<"
(S. 29)

Für Schmunzeln und Lacher wird hier also gesorgt. Dieser Science-Fantasy ist aber nicht nur eine überspitzte Karikatur einer verkehrten Welt, sondern regt auch in gewisser Weise zum Nachdenken an.
Es ist nämlich ebenso eine Klassengesellschaft vorhanden, welche sich jedoch dadurch definiert, dass die einen gut und die anderen schlecht schlafen und die Ersteren dadurch eine höhere Überlebenschance haben. Es gibt Revoluzzer, die diese Gesellschaft und dieses System ablehnen und es gibt Schurken, welche nicht schlafen wollen und die Schlafenden ausrauben.

Gleichzeitig kann man dieses Buch aber auch einfach nur genießen und in eine spannende und fesselnde Story abtauchen, in der man mythischen Wesen und auch Nachtwandlern begegnet. Diese sind den uns bekannten Zombies nicht unähnlich, sind sie doch in gewisser Weise tot und von Hunger getrieben. Trotzdem sind sie ganz anders, denn es sind noch lebende Menschen, denen es beim Überwintern einfach nur paar Gehirnsynapsen zerschossen hat.
Und dann wütet auch noch ein Traumvirus, welches nicht mal vor den Wächtern Halt macht und die Betroffenen in den Wahnsinn treibt.. Wer oder was steckt hinter diesen Träumen und wieso trifft es nur ganz bestimmte Menschen?

Wie Ihr inzwischen sicherlich schon erkennen konntet, gehört dieses Buch zu den etwas komplexeren in diesem Genre. Folglich ist auch eine entsprechende Einführung des Lesers in diese Welt notwendig. Man darf sich also nicht erwarten, dass es gleich von Anfang an Action am laufenden Band gibt. Diese Story benötigt Zeit und das ist auch gut so.

"Wer Morphenox einnahm, brauchte keine Gottheit mehr, die sich in die Träume mischte und über den Schlaf wachte;
die Droge hatte Gott überflüssig gemacht.
Die Heiligenverehrung war vom Spirituellen auf das Pharmazeutische übergegangen...."
(S. 222)

Es wird aus der Sicht von Charlie erzählt und dieser erzählt uns seine Geschichte. Durch ihn lernen wir langsam diese komplexe Welt kennen - wie sie funktioniert, sowie die verschiedenen Charaktere.
Jedes Kapitel wird durch Auszüge aus Hand- und Geschichtsbüchern eingeleitet und Charlie verwendet auch Fußnoten, um etwas näher zu erklären oder auf etwas hinzuweisen. Dies gestaltet sich jedoch in keinster Weise langweilig, was am flüssigen Schreib- und am packenden Erzählstil des Autors liegt.

Doch nicht nur die Story ist skurril und vielschichtig, auch die Charaktere weisen diese Eigenschaften auf, wobei der Autor nicht davor scheut so manche lieb gewonnene Figur über die Klinge springen zu lassen. Für überraschende Wendungen ist hier also ebenso gesorgt und ist nicht nur auf die Charaktere und deren Ableben beschränkt. Charlie ist alles andere als perfekt und stolpert regelrecht und vor allem meist ungewollt von einem Abenteuer in das nächste. Dabei muss er über sich selbst hinauswachsen, seine Ängste bekämpfen und vor allem darf er niemanden trauen. Wer hier auf der guten und wer auf der bösen Seite steht, bleibt hier nicht nur Charlie, sondern auch dem Leser lange unklar. Hier scheint nichts und niemand das zu sein was er vorgibt z u sein. Für welche Seite wird sich Charlie entscheiden?

Die Story beginnt zwar bedächtig, doch mit jeder gelesenen Seite taucht man tiefer in diese Welt ein, bis sie einen verschlingt, einem mit in die Kälte von Eis und Schnee zerrt und nicht mehr loslässt...bis man am Ende angelangt ist.

Fazit:
Mit diesem Buch hält man einen unglaublich packenden, wie auch interessanten Science-Fantasy in den Händen, der alle Eigenschaften besitzt, um mein erstes Jahreshighlight zu werden - komplex, mit viel Liebe zum Detail, abgefahren, vielschichtig und spannend. Diese Attribute weisen die Charaktere ebenso auf, wie auch die Story selbst.
Zudem regt diese verkehrte Welt doch auch zum Nachdenken an und am Ende ist diese Welt gar nicht so spiegelverkehrt wie man anfangs dachte.
Wer auf komplexe Fantasy steht, wird mit diesem Buch also mehr als gut bedient, denn es ist eine abgefahrene Story, die einem die Kälte in die Knochen kriechen lässt und nicht mehr loslässt.

© Pink Anemone
Wurzeln schlagen 19. Januar 2019
von manu63
Mein wunderbarer Buchladen am Inselweg ist ein eher beschaulicher Roman der Autorin Julie Peters. Erzählt wird der Wendepunkt im Leben von Frieke, die eigentlich mit ihrem Freund in Boston eine Agentur eröffnen möchte, aber vorher noch eine Reportage über den Ornithologen Bengt schreiben soll. Der arbeitet ausgerechnet in Spiekeroog, die Insel auf der Friekes Vater lebt dem sie seit Jahrzehnten erfolgreich aus dem Weg gegangen ist.

Die Geschichte fand ich im Gegensatz zum Klappentext nicht warmherzig oder gar humorvoll. Es ist eher eine leicht traurige Geschichte über eine junge Frau die ihren Platz im Leben noch nicht so richtig gefunden hat. Die Liebesgeschichte zwischen Bengt und Frieke ist auch eher zurückhaltend erzählt und steht nicht im Vordergrund. Die Gedankenwelt von Frieke lässt den Leser teilhaben an einer Welt die sich durch den Besuch auf der Insel und ihrem Vater im Umbruch befindet. Obwohl der Vater todkrank ist geht Frieke nach Boston und kehrt erst nach Monaten wieder auf die Insel zurück. Zwar hatte Frieke viele Jahre keinen Kontakt zum Vater aber merkwürdig finde ich das Verhalten schon. Vieles wird nur an der Oberfläche angekratzt und anderes kann sich der Leser dazu reimen.

Der Schreibstil selber ist klar und schnörkellos und dadurch fließend lesbar. Die Charaktere selber bleiben eher oberflächlich und blass. Für mich ist es keine heitere und leichte Urlaubslektüre sondern ein Buch das einen eher traurigen Grundtenor hat und Heiterkeit kam bei mir nicht auf. Die Geschichte hätte durchaus Potential aber es wurde von der Autorin nicht ausgeschöpft.
Kriminalhauptkommissar Faber und sein Team ermitteln in Pilsum 19. Januar 2019
von LEXI
Als im Juni 2018 in Pilsum, Ostfriesland ein teurer Firmenwagen aus einem Kanal gefischt wird, deutet alles darauf hin, dass es sich bei dem Besitzer des Wagens um einen seit über fünf Jahren vermissten Mann handeln könnte. Das vermeintliche Entführungsopfer Dr. Robert Gerber galt als brillant und war einer der führenden Köpfe eines Chemieunternehmens. Richard Faber, der Chef des Kriminal- und Ermittlungsdienstes in Emden beschließt, den Fall neu aufzurollen. Er macht sich gemeinsam mit seinem Team auf die Suche nach neuen Spuren. Ein weiterer Mordfall sowie einige brisante Erkenntnisse bringen Tempo in die Untersuchungen, und Ungereimtheiten beim Tod von Gerbers kleiner Tochter kurz vor dessen eigenem Verschwinden lassen auf die Existenz eines sogenannten „Todesengels“ schließen, einer Person, die im medizinischen Bereich tätig ist und aktive Sterbehilfe leistet. Doch wie sich bald herausstellt, sind die Hintergründe in diesem verzwickten Fall weit dramatischer, als Richard Faber es sich auch nur im Entferntesten auszumalen vermochte.

„Tödliches Pilsum“ war mein erstes Buch dieser Autorin und hat mich sehr positiv überrascht. Der Schreibstil ist einnehmend, und die wunderschönen, beinahe bildhaften Schilderungen der beschaulichen Landschaft Ostfrieslands trugen ebenfalls zu meinem Lesevergnügen bei.

Bereits der Prolog wartet mit einer Szene in einem Krankenhaus auf, die viele Jahre später der Auslöser für einige der nachfolgenden Handlungen dieses Buches sein sollte. Die Identität der beteiligten Personen bleibt jedoch lange ungewiss, ein Faktor, der unter anderem für die Spannung dieses Krimis verantwortlich zeichnet. Es wurde und wird zwar gemordet, doch Elke Nansen verschont ihre Leser mit einer allzu blutigen Darstellung der Morde und deren Schauplätze. Die Geschichte lebt vielmehr von den handelnden Figuren, die große Authentizität und einen hohen Sympathiefaktor aufweisen. Die beiden Protagonisten Kriminalhauptkommissar Richard Faber und Kommissarin Rike Waatstedt arbeiten mit einem mehrköpfigen Team zusammen, wobei ihnen besonders Kommissar Tamme Hehler und Dr. Philipp Schorlau als starke Nebenfiguren zur Seite stehen. Speziell im Umgang der Akteure mit dem Ermittler und EDV-Experten Tamme, von der Mannschaft aufgrund seines Äußeren liebevoll „Wikinger“ genannt, wird ein gewisser Humor ins Spiel gebracht. Philipp Schorlau ist nicht nur kompetenter Chef-Forensiker, sondern darüber hinaus auch guter Freund des Kriminalhauptkommissars. Sein weiches, herzliches Inneres versucht der Pathologe durch arrogantes, manchmal auch zynisches Gehabe zu tarnen. Die Autorin liefert eine hervorragende Charakterzeichnung der Ermittlungsbeamten und versteht es perfekt, auch alle anderen in diesen Fall involvierten Personen mit hoher Glaubwürdigkeit auszustatten. Besonders Augenmerk wird dabei auf die Familie des Entführungsopfers Robert Gerber gelegt, deren Leben durch die beiden dramatischen Ereignisse in der Vergangenheit völlig durcheinandergebracht wurde. Trotz der großen Anzahl höchst interessanter und vielschichtig gezeichneter Nebendarsteller konnte „Opa Knut“ die meisten Sympathiepunkte bei mir sammeln. Dem urigen und pfeifenrauchenden alten Ostfriesen mit dem großen Herzen ist eine kriminalistische Kombinationsgabe zu eigen, und er liebt seine Enkeltochter Rike Waatstedt über alles.

Um etwaige Spoiler zu vermeiden und die Spannung nicht vorwegzunehmen, möchte ich auf nähere Details zu diesem vielschichten Mordfall verzichten. Der geneigte Leser darf sich jedoch auf einen unerwarteten und – zumindest aus meiner Sicht – völlig überraschenden Ausgang dieses Krimis freuen, der mich hervorragend unterhalten und mir ausgezeichnet gefallen hat.

Ich kann dieses Buch uneingeschränkt weiterempfehlen und freue mich bereits auf weitere Werke aus der Feder Elke Nansens.

Die Essenz des Bösen
von Tony Parsons
Eine fesselnde, zum Nachdenken anregende Geschichte 19. Januar 2019
"Die Essenz des Bösen" ist der fünfte Teil der Reihe um Max Wolfe, der Detective bei der Londoner Polizei ist. Er wird, wie schon in den vorherigen Bänden, mit einem Fall konfrontiert, der brandaktuelle Themen behandelt - dieses Mal geht es um Terrorismus, muslimische Migranten und ihre Rolle in der britischen Gesellschaft sowie Fanatismus in verschiedenen Formen, vor allem in religiöser Hinsicht.

Die Geschichte beginnt damit, dass der Protagonist bei einem Terroranschlag, der viele Tote fordert, verletzt wird und so ist die Spannung schon von Anfang an hoch. Es gibt neben den zahlreichen mitreißenden Momenten zwar Phasen, in denen die Ermittlungen nicht wirklich vorangehen, doch das Buch war dennoch durchgehend fesselnd. Parsons hat die Situationen, in die Wolfe und seine Kollegen geraten, sehr gut geschildert und man hat beinahe das Gefühl, dabei zu sein und schreckliche Dinge mitansehen zu müssen. Gerade gegen Ende gab es eine Szene, die mich erschüttert hat, aber auch zuvor hat der Autor sich nicht gescheut, seine Figuren in verschiedener Hinsicht herauszufordern und mit brenzligen Lagen zu konfrontieren. Ein paar der Entwicklungen waren etwas vorhersehbar (andere wiederum konnten mich überraschen) und ich hatte einmal den Eindruck, dass den Figuren recht offensichtliche Hinweise entgehen, doch das sind nur kleine Kritikpunkte.

Den Fall selbst fand ich interessant; er war sowohl gut durchdacht als auch komplex, ohne überladen oder zu kompliziert zu sein und ich mochte die unterschiedlichen Facetten, die beleuchtet wurden. Die einzelnen Charaktere sind nicht immer einer Meinung und haben teilweise radikal andere Blickwinkel auf die Ereignisse, was dazu anregen kann, sich selbst über diese Konflikte Gedanken zu machen - obwohl man natürlich meistens dazu neigt, Max, den man schon seit mehreren Bänden begleitet, zuzustimmen. Wie bereits erwähnt war das Buch zudem sehr spannend und ich konnte es (gerade in den letzten Kapiteln) gar nicht aus der Hand legen, da ich unbedingt wissen wollte, was noch passieren würde - und die Ereignisse am Ende machen auf jeden Fall neugierig auf den nächsten Band.

Wie schon in den anderen Büchern wird auch das Privatleben des Protagonisten beleuchtet und das hat mir gut gefallen; es war zwar nicht immer leicht, diesen Handlungsstrang zu verfolgen, da Max in einer schwierigen Situation ist, aber diese wurde sensibel behandelt und zugleich bildeten die familiären Szenen eine gute Abwechslung zu den Ermittlungen, die sich immer weiter zugespitzt haben.

"Die Essenz des Bösen" bekommt von mir 4 Sterne. Das Buch hat mir sehr gefallen, es konnte mich definitiv packen und gerade die emotionale Komponente hat mich überzeugt. Zudem fand ich, dass der Autor gut mit dem brisanten Thema seiner Geschichte umgegangen ist und zum Nachdenken anregt.

Kriminalhauptkommissar Faber und sein Team ermitteln in Pilsum 18. Januar 2019
von LEXI
Als im Juni 2018 in Pilsum, Ostfriesland ein teurer Firmenwagen aus einem Kanal gefischt wird, deutet alles darauf hin, dass es sich bei dem Besitzer des Wagens um einen seit über fünf Jahren vermissten Mann handeln könnte. Das vermeintliche Entführungsopfer Dr. Robert Gerber galt als brillant und war einer der führenden Köpfe eines Chemieunternehmens. Richard Faber, der Chef des Kriminal- und Ermittlungsdienstes in Emden beschließt, den Fall neu aufzurollen. Er macht sich gemeinsam mit seinem Team auf die Suche nach neuen Spuren. Ein weiterer Mordfall sowie einige brisante Erkenntnisse bringen Tempo in die Untersuchungen, und Ungereimtheiten beim Tod von Gerbers kleiner Tochter kurz vor dessen eigenem Verschwinden lassen auf die Existenz eines sogenannten „Todesengels“ schließen, einer Person, die im medizinischen Bereich tätig ist und aktive Sterbehilfe leistet. Doch wie sich bald herausstellt, sind die Hintergründe in diesem verzwickten Fall weit dramatischer, als Richard Faber es sich auch nur im Entferntesten auszumalen vermochte.

„Tödliches Pilsum“ war mein erstes Buch dieser Autorin und hat mich sehr positiv überrascht. Der Schreibstil ist einnehmend, und die wunderschönen, beinahe bildhaften Schilderungen der beschaulichen Landschaft Ostfrieslands trugen ebenfalls zu meinem Lesevergnügen bei.

Bereits der Prolog wartet mit einer Szene in einem Krankenhaus auf, die viele Jahre später der Auslöser für einige der nachfolgenden Handlungen dieses Buches sein sollte. Die Identität der beteiligten Personen bleibt jedoch lange ungewiss, ein Faktor, der unter anderem für die Spannung dieses Krimis verantwortlich zeichnet. Es wurde und wird zwar gemordet, doch Elke Nansen verschont ihre Leser mit einer allzu blutigen Darstellung der Morde und deren Schauplätze. Die Geschichte lebt vielmehr von den handelnden Figuren, die große Authentizität und einen hohen Sympathiefaktor aufweisen. Die beiden Protagonisten Kriminalhauptkommissar Richard Faber und Kommissarin Rike Waatstedt arbeiten mit einem mehrköpfigen Team zusammen, wobei ihnen besonders Kommissar Tamme Hehler und Dr. Philipp Schorlau als starke Nebenfiguren zur Seite stehen. Speziell im Umgang der Akteure mit dem Ermittler und EDV-Experten Tamme, von der Mannschaft aufgrund seines Äußeren liebevoll „Wikinger“ genannt, wird ein gewisser Humor ins Spiel gebracht. Philipp Schorlau ist nicht nur kompetenter Chef-Forensiker, sondern darüber hinaus auch guter Freund des Kriminalhauptkommissars. Sein weiches, herzliches Inneres versucht der Pathologe durch arrogantes, manchmal auch zynisches Gehabe zu tarnen. Die Autorin liefert eine hervorragende Charakterzeichnung der Ermittlungsbeamten und versteht es perfekt, auch alle anderen in diesen Fall involvierten Personen mit hoher Glaubwürdigkeit auszustatten. Besonders Augenmerk wird dabei auf die Familie des Entführungsopfers Robert Gerber gelegt, deren Leben durch die beiden dramatischen Ereignisse in der Vergangenheit völlig durcheinandergebracht wurde. Trotz der großen Anzahl höchst interessanter und vielschichtig gezeichneter Nebendarsteller konnte „Opa Knut“ die meisten Sympathiepunkte bei mir sammeln. Dem urigen und pfeifenrauchenden alten Ostfriesen mit dem großen Herzen ist eine kriminalistische Kombinationsgabe zu eigen, und er liebt seine Enkeltochter Rike Waatstedt über alles.

Um etwaige Spoiler zu vermeiden und die Spannung nicht vorwegzunehmen, möchte ich auf nähere Details zu diesem vielschichten Mordfall verzichten. Der geneigte Leser darf sich jedoch auf einen unerwarteten und – zumindest aus meiner Sicht – völlig überraschenden Ausgang dieses Krimis freuen, der mich hervorragend unterhalten und mir ausgezeichnet gefallen hat.

Ich kann dieses Buch uneingeschränkt weiterempfehlen und freue mich bereits auf weitere Werke aus der Feder Elke Nansens.


Cat Person
von Kristen Roupenian
Cat Person 18. Januar 2019
In den Erzählungen von Kristen Roupenian geht es intensiv vor. Die Schwierigkeiten menschlicher Beziehungen in unterschiedlichen Varianten werden gezeigt. Das die Autorin so tief in die Psyche ihrer Figuren dringt, verstärkt die Intensität der Stories.
Manchmal erscheint mir die Autorin etwas zu genüsslich dabei. Das verleiht den beklemmenden Geschichten den Hauch Voyerismus, der beim Lesen schmerzhaft sein kann.
Ob die Autorin zu weit geht, liegt sicher in der Entscheidung des einzelnen Lesers.

Die Titelstory Cat Person ist die herausragende. Für mich klar die Beste.
Da wird man glatt selbst zum Detektiv! 18. Januar 2019
Ben und Lasse haben wieder jede Menge Detektivarbeit zu leisten. Dieses Mal sind sie im Urlaub an der Nordsee auf einem Campingplatz und da wartet wieder so manches Rätsel auf die beiden: Lasses Geldbeutel samt Inhalt ist plötzlich verschwunden, Campingvorzelte werden in Brand gesetzt und auch Autoreifen zerstochen.

Mit seinem Buch „Das Agenten-Knobel-Rate-Buch“ aus der Reihe „Ben und Lasse“ ist Harry Voß ein spannendes und lesenswertes Abenteuer gelungen, das im SCM Verlag erschienen ist und in der gebundenen Ausgabe 142 Seiten und einen faszinierenden Geheimstift umfasst.
Die Geschichte ist in einer kindgerechten, ganz alltäglichen Sprache in kleiner Schrift mit einigen Illustrationen geschrieben.
Innerhalb des Abenteuers wird sich auch mit christlichen Themen auseinandergesetzt. Ben und Lasse gehen nämlich in ihrem Urlaub in den Kinderbibeltreff und da lernen sie Gleichnisse aus der Bibel kennen. Dies ist wunderschön in das gesamte Abenteuer von Ben und Lasse eingeflochten.

Fazit: Wir sprechen eine Leseempfehlung aus für Kinder ab 9-10 Jahren aus, die gerne ein wirklich spannendes Abenteuer und viel Spaß und Freude beim Miträtseln haben lesen wollen.
Uns hat die Geschichte richtig gut gefallen und am allerbesten fanden wir, dass wir auch selbst mitmachen durften. Dieser tolle Geheimstift hat es uns hier richtig angetan. Manchmal waren die Rätsel ganz leicht zu lösen, aber manche waren auch ganz schön kniffelig. Eine wunderbare Mischung! Wir sind jetzt jedenfalls total im Detektiv- und Rätselfieber!
Die Zeit schützt sich selbst 18. Januar 2019
‘Schattendieb‘ ist der fünfzehnte Band der 'Erbe der Macht'-Reihe des Autors Andreas Suchanek und somit der dritte Band der zweiten Staffel. Das Cover wieder ausgezeichnet gelungen, es gefällt mir sehr gut. Außerdem passt es wie immer wunderbar zum Genre Fantasy sowie zu den anderen Covers der Reihe.

Dieser Band umfasst einen kurzen Rückblick, einen Prolog, dreiunddreißig Kapitel, einen Epilog sowie eine Vorschau, Seriennews und ein Glossar. Die kurze Zusammenfassung unter 'Was bisher geschah' fand ich äußerst hilfreich um nochmals kurz das wichtiges in Erinnerung zu rufen und damit leichter in den neuen Band einsteigen zu können. Außerdem finde ich es toll dass jedes Kapitel einen Titel hat, so wird immer wieder meine Kopfkino angeregt und ich überlege mir bereits immer zu Beginn eines jeden Kapitels was passieren wird.

Fazit: ‘Schattendieb‘ von Andreas Suchanek zeichnet sich wie immer durch einen angenehmen Schreibstil aus, die Geschichte liest sich flüssig wodurch man schnell und leicht vorankommt. Die Mischung aus Fantasy und Humor gefällt mir sehr gut und passt ausgezeichnet zur Geschichte und den Figuren. Ich liebe diese Reihe!

Ich werde die Serie 'Das Erbe der Macht‘ sowie mögliche Spin-Offs definitiv im Auge behalten und weiter ‚verschlingen‘ :-) Die Vorschau sowie die Seriennews machen Lust sofort weiterzulesen!

Meine Empfehlung bekommt dieser Teil auf jeden Fall - allerdings lege ich jedem ans Herz die Bände der ersten Staffel und das Spin-off 'Die Chronik der Archivarin: Der verschollene Mentiglobus' sowie die anderen Teile der zweiten Staffel in der richtigen Reihenfolge und vor allem vorher zu lesen, da sie aufeinander aufbauen und man diesen Band sonst nicht versteht.

Die Farben des Feuers
von Pierre Lemaitre
Unrecht Gut gedeihet nicht 17. Januar 2019
Die Familie Péricourt gehört zu den Herrschenden in Politik und Finanzwelt, wo Korruption offenbar zum Alltag gehört. Als der Patriarch Marcel Péricourt stirbt, wird seine Tochter Madeleine damit konfrontiert, dass sie nun die wichtigen Entscheidungen zu treffen hat. Doch fehlt ihr der nötige Durchblick, und sie vertraut allzu sehr auf die bewährte Kenntnis der bisherigen Fachleute.
Die jedoch verwenden die Gunst der Stunde für sich und bereichern sich auf Kosten ihrer Chefin, während diese in der Weltwirtschaftskrise der Zwanzigerjahre in einen bodenlosen Abgrund stürzt und verarmt. Ein fataler finanzieller Sturz und persönliche Unglücksfälle kippen die Welt des mächtigen Hauses Péricout aus den gewohnt komfortablen Fugen.
Doch sollte man Madeleine nicht unterschätzen. Sie findet eine Möglichkeit, sich mit Hilfe eines bisher ungewohnten Personenkreises an den betrügerischen Emporkömmlingen zu rächen. In weiterer Folge und mit überraschenden Wendungen verschieben sich die Misserfolge peu à peu auf die andere Seite, nach dem Motto: Unrecht Gut gedeihet nicht. Aus kleinen Feuern werden brüllende Brände und verschlingen so manchen, der sich sicher wähnt. Wie nahe nebeneinander befinden sich doch schwindelnde Höhen und tiefste Abgründe!
Auch dieses neue Werk von Pierre Lemaitre lebt von grosser Spannung, farbigen Figuren, einer lebendigen, gepflegten Sprache und rasantem Geschehen. Dazu kommt noch ein Reigen von grotesken Zwischenfällen. Mir haben auch die historischen Bezüge gefallen.
Doch strotzt es von Anfang an nur so von Personen, deren Namen recht verwirrend sind, zumal sie teils nur alle paar Kapitel auftauchen. Inzwischen weiss man dann nicht mehr so recht, wer das nun eigentlich war. Auch die vielen verworrenen Querverbindungen sind nicht leicht zu entwirren.
Wie auch immer: Auch dieses Buch Pierre Lemaitres ist absolut lesenswert!
Leonie, 11 Jahre aus Schwaz: 17. Januar 2019
Im Buch geht es um Petra. Das Buch beginnt am ersten Schultag in der 7. Klasse. Petra wurde 12 und das ist für sie fast die perfekteste Zahl, nur die zehn ist für sie noch perfekter. Petra MAG nur gerade Zahlen, bei der Erwähnung von ungeraden zahlen wird ihr schlecht.

Petra freut sich auf den ersten Schultag auf Melika und Chris, ihre Freunde aus der 6. Schulstufe. Petra kann nicht schwimmen, weil sie Angst vor dem Wasser hat. Am liebsten spielt sie Fußball.

Im MATHE Unterricht lernen sie über die Zahl Pi. Da wird Petra schlecht, weil das eine unendliche ungerade Zahl ist. Deswegen muss sie zum Schulpsychologen und sie wird in der Klasse damit aufgezogen. In einem gelben Heft übt Petra sich zu konzentrieren, damit ihr von ungeraden Zahlen nicht übel wird.

Mit Chris geht sie zum Zuschauen ins Schwimmbad, dabei fällt ihr ein neuer Nachbar auf, der super gut kraulen kann. Irgendwann spricht dieser sie an, damit sie ins Wasser gehen soll und ihm erklärt Petra, dass sie nicht schwimmen kann. Der Junge hilft ihr die Angst zu überwinden und sie lernt schwimmen. All das schreibt sie in ihr gelbes Heft und irgendjemand kommt an das Heft und die ganze Klasse liest drinnen. Das war ihr fürchterlich peinlich und sie läuft weinend in die Bücherei.

Wie sich die Sache auflöst und ob Petra ihre Angst bewältigen kann, solltet ihr aber selber lesen.

Anfangs dachte ich mir, dass der Titel nicht so vielversprechend ist, aber nach ein paar Seiten war ich mitten in der Geschichte. Das Buch hat mir gut gefallen würde es aber eher als Mädchen-Buch betiteln.

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Luisa, 11 Jahre aus Rinn:

Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen. Es war nicht zu spannend, aber auch nicht langweilig.

Es ging um ein Mädchen namens Petra. Sie hasste Unperfektes, ungerade Zahlen, da man sie nicht teilen kann, ohne dass man sie zerstört. Auch das Wasser mag Petra nicht. Es ist ihr zu unkontrollierbar. Als sie in der Schule über die Zahl PI lernen, wird Petra ganz übel und übergibt sich. Sie muss zum Schulpsychologen. Dieser verlangt von ihr, dass sie dreißig Dezimalstellen von PI auswendig lernt. Nebenbei erfährt ihre aller beste Freundin, dass im Ärmelkanal eine sehr starke Strömung ist und ihr angeblich verschwundener Bruder Javid hindurch schwimmen will.

Schafft es Javid durch den Ärmelkanal zu schwimmen? Schafft es Petra ihren Perfektionismus zu überwinden und auch Un-perfektes in ihr Leben zu lassen?


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