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Rezensionen



Realistisches Zukunftsszenario 24. September 2018
Im Jahr 2210 sind die Klimazonen stark verschoben: Nur im hohen Norden, welcher früher vom ewigen Eis geprägt wurde, liegt der fruchtbare Regenring. Darunter schließt sich der Rauring an, in welchem die Menschen aus Schutz vor Trockenheit und Hitze unter der Erde leben. Wasser ist hier ein seltenes Gut und muss teuer vom WERT-Konzern gekauft werden, welcher im Rauring ebenso Bohrtürme für Erdgas zur Energiegewinnung betreibt. Die einzige Chance, der Armut des Raurings zu entkommen, ist einen der begehrten Ausbildungsplätze im WERT-Konzern zu erhalten. Emony gehört zu den Glücklichen und beginnt gemeinsam mit ihrem besten Freund Felix das harte Ausbildungsprogramm des Energiekonzerns. Doch hat Emony eine besondere Gabe: Sie reagiert allergisch auf Lügen. Und so kommt sie schon bald einer gewaltigen Lüge des Konzerns auf die Spur…
Erin Lenaris hat mit diesem Roman eine beeindruckende Dystopie erschaffen, in der Klimawandel und Wasserknappheit eine starke Rollen spielen. Das Szenario, in welchem ein großer Konzern das Monopol über Energie und Wasser hat und dieses gnadenlos ausnutzt, hat mich sowohl betroffen wie auch wütend gemacht. Vor allem auch deswegen, weil es so furchtbar realistisch gestaltet ist. Fasziniert haben mich zudem die technischen Zukunfts-Ideen der Autorin, welche von medizinischen Möglichkeiten bis zur uneingeschränkten Überwachung reichen.
Emony ist ein Charakter, der mir nicht immer sympathisch war. Sie hat Probleme, sich anzupassen und macht gerne mal ihr eigenes Ding, statt sich mit ihren Freunden abzusprechen oder sich ihnen anzuvertrauen. Dadurch bringt sie sich auch mal unnötig in Schwierigkeiten. Interessant ist ihr Ausbilder Kohen, auf den Emony ein Auge geworfen hat – ihn scheint ein Geheimnis aus seiner Vergangenheit zu umgeben, welches ihn schwer belastet. Felix ist zwar ein netter Kerl, doch ging mir sein unreifes Verhalten manchmal auf den Keks. Gefallen hat mir in erster Linie Mila, Emonys Freundin, welche die Gruppe immer wieder etwas erden konnte.
Inhaltlich hätte ich mir ein paar mehr Informationen zur ersten Ausbildungsphase gewünscht, was die Jugendlichen lernen und womit sie ihre Punkte verdienen, die notwendig sind, um von WERT übernommen zu werden. Da beschränkte sich der Roman leider hauptsächlich auf Emony und ihre Erlebnisse mit Kohen sowie Tarmo, einem Ausbilder, welcher gerne seine Untergebenen unnötig quält. Vor allem durch den harten Wettstreit beim Punktesammeln der Auszubildenden wäre hier Potential zu spannenden Ideen gewesen. Das war mir etwas zu wenig.
Mein Fazit: Ein gelungener und spannend gehaltener Dystopie-Auftakt mit einem realistischen Zukunftsszenario, tollen Ideen und leider noch etwas unreifen Charakteren.


Jules Verne
von Ralf Junkerjürgen
Jules Verne 24. September 2018
von dorli
Jules Verne – seit meiner Kindheit liebe ich seine Abenteuergeschichten und bin auch heute noch ein begeisterter Leser seiner Romane. Da liegt es nahe, auch einmal zu einer Biografie zu greifen und sich über das Leben des französischen Erfolgsautors zu informieren.

Ich habe in dieser Biografie einen Mann kennengelernt, der das Schreiben zu seinem Lebensinhalt gemacht hat. Er gilt als Begründer des wissenschaftlichen Romans, weil es ihm gelang, seine lebhafte Fantasie mit technischen und naturwissenschaftlichen Fakten zu kombinieren und diese spannend und kurzweilig zu erzählen. Ein kreativer Geist, dessen Texte auch heute noch populär sind, obwohl der damalige Wissensstand längst überholt ist.

Ralf Junkerjürgen - Professor für romanische Kulturwissenschaft an der Universität Regensburg - ermöglicht dem Leser in diesem Buch nicht nur Einblicke in die persönlichen Lebensumstände und das Familienleben Jules Vernes, man wird auch detailliert mit dem Schaffen des Abenteuerschriftstellers bekannt gemacht. Junkerjürgen stellt dazu Vernes Werke aus seiner Hauptschaffenszeit zwischen 1862 und 1875 in den Mittelpunkt, thematisiert aber auch dessen Kindheit, seine Entwicklung und Arbeitsweise, das schwierige Verhältnis zu seinem Sohn Michel sowie die Weiterführung seines Werks nach seinem Tod durch Michel.

Junkerjürgen geht ausführlich auf die herausragendsten Romane Vernes ein. Neben einer kurzen inhaltlichen Zusammenfassung gibt der Autor Auskunft über die Entstehungsgeschichte der Werke, erklärt die politischen und wissenschaftlichen Hintergründe sowie die gesellschaftlichen Einflüsse, nennt technische Errungenschaften, die Verne inspiriert haben, und ergänzt all diese Aspekte mit eigenen Interpretationen und zusätzlichen Erklärungen.

Auch die wichtigsten Wegbegleiter Vernes werden vorgestellt. Menschen, die ihn beeinflusst, geprägt, gefördert und unterstützt haben. Dazu gehören Jules Vater Pierre und bekannte Schriftsteller wie Alexandre Dumas, James F. Cooper, E.T.A. Hoffmann oder auch Edgar Allan Poe. Den Fokus legt Junkerjürgen hier auf die jahrelange freundschaftliche und sehr einträgliche Zusammenarbeit mit dem Verleger Pierre-Jules Hetzel.

Nicht nur die interessanten und vielfältigen Informationen rund um Jules Vernes Leben und Wirken haben mich begeistert, auch die Aufmachung des Buches ist hervorragend gelungen. Die anspruchsvollen aber gut verständlichen Inhalte werden ansprechend präsentiert und sind mit zahlreichen Abbildungen und Fotos versehen. Zudem befinden sich im Anhang eine Zeittafel und ein Werkverzeichnis sowie ein Literaturverzeichnis und ein Personenregister.

Eine genauso spannende wie unterhaltsame Biografie - empfehlenswert für alle, die sich über Jules Verne, sein Werk und die Welt, in der er gelebt hat, informieren möchten.
Tolle Geschichte mit asiatischem Flair 24. September 2018
Fakten
Autor: Renée Ahdieh
Verlag: ONE
Erscheinungsdatum: 28.09.2018
Genre: Jugendbuch
Seiten: 448

Inhalt
Mariko’s Geleitzug wird auf dem Weg zu ihrem Bräutigam überfallen. Sie wird für tot gehalten, aber sie kann sich retten und nutzt die Chance der arrangierten Ehe zu entfliehen. Sie gibt sich als Junge aus und schließt sich der Truppe an, die sie überfallen hat. Sie möchte herausfinden warum sie sie töten sollten und sich dann rächen.

Gestaltung
Ich finde das Cover sehr schön gestaltet. Es vermittelt den asiatischen Flair der Geschichte. Allerdings wirkt es für mich ein bisschen verträumt, was nicht ganz so gut zur Story passt.

Sprache
Man muss sich erst ein wenig in die Geschichte hineinfinden. Sie beginnt langsam, aber direkt packend. Die vielen asiatischen Namen, Vorname hinter dem Nachnamen und weitere asiatische Begriffe erforderten von mir volle Aufmerksamkeit beim Lesen. Aber sie erzeugten auch ein tolles Flair!
Dann nimmt die Geschichte richtig an Fahrt auf. Es kommt ein Rätsel zum Anderen, es wird actionreich und auch gefühlvoll. Sehr gut gefällt mir der Humor im schwarzen Clan! Besonders die Gespräche zwischen Mariko und Okami, dem geheimnisvollen Clanmitglied, sind sehr unterhaltsam.
Es gibt auch einige magische Szenen, aber leider werden sie nicht weiter beleuchtet oder ihre Herkunft erklärt. Das fand ich schade und hoffe, dass das im zweiten Band klarer wird.

Charaktere
Mariko kommt aus gutem Hause, ist deshalb verwöhnt und, wie sich im Laufe der Geschichte zeigt, auch recht weltfremd. Trotzdem ist sie mutig, stark und neugierig, erfinderisch und schlagfertig. Sie ist nicht zufrieden mit der Rolle die Frauen in ihrer Zeit spielen und lehnt sich dagegen auf.
Ranmaru ist der Anführer des schwarzen Clans und gibt Mariko, verkleidet als Junge, im Clan eine Chance als Rekrut.
Okami ist der geheimnisvolle Samurai mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, einem schelmischen Grinsen und immer einem philosophischen Spruch auf den Lippen.
Kenshin ist Marikos Zwillingsbruder. Er begibt sich nach dem Überfall auf die Suche nach seiner Schwester. Er ist gefürchtet als Kämpfer und um Mariko zu finden sucht er Unterstützung im Kaiserpalast.

Fazit
Es ist eine spannende, romantische, humorvolle Geschichte mit asiatischem Flair. Mich konnte sie mitreißen!
Wer allerdings auf eine ausgefeilte Fantasywelt, mit vielen magischen Elementen hofft wird enttäuscht werden.
Eine außergewöhnliche Reise auf der Suche nach sich selbst 23. September 2018

Kurz zum Inhalt:
Rumpelding ist das Haustier des Zauberers Zimmerling. Doch Zimmerling hat kaum Zeit für Rumpelding, weil er immer zaubern üben muss.
Eines Tages macht sich Rumpelding auf den Weg in die große, weite Welt, da Zimmerling nie Zeit für ihn hat und ihm nie zuhört, und deshalb auch nicht gesagt hat, ob es eigentlich noch andere Rumpeldinger auf der Welt gibt.
Rumpeldings bester Freund Oink, ein dunkelrosafarbenes (nicht pinkes!) Schweinchen mit einem niedlichen Sprachfehler, begleitet ihn.
Die beiden lernen viele neue Freunde kennen und erleben viele Abenteuer. Werden sie andere Rumpeldinger finden?


Meine Meinung:
Der Schreibstil ist kindgerecht, die Sprache ist leicht verständlich und die viele direkte Rede macht die Geschichte lebendig.
Meine Tochter wollte unbedingt wissen, was denn ein Rumpelding sei, und ich war auch sehr neugierig darauf, also mussten wir dieses Buch lesen!
Sehr witzig fanden wir Rumpeldings Lieblingsessen: Steine, die in seinem Magen rumpeln, und Staubmäuse! Die Auflösung am Ende hat uns beide sehr überrascht!
Aber am spannendsten war die Reise dorthin: Rumpelding lernt viele neue Freunde kennen; Oink wird mutig und wächst über sich hinaus; die Feengeschwister Kniffel und Riffel hatten immer super Rätsel, die meine Tochter mit großer Freude gelöst hat; dann gab es noch einen Vampir, der alle Namen verbuchstabselt hat; und böse Hexen, die geheult haben, als Rumpelding sie hübsch gezaubert hat; und noch Vieles mehr.
Den Kindern werden in diesem Buch viele Werte nähergebracht: Freundschaft, Hilfsbereitschaft, Zusammenhalt, Mut, nicht nach dem Äußeren von anderen zu urteilen, über seine Grenzen hinauszugehen. Und dass es nicht wichtig ist, woher man kommt, sondern wo man Zuhause ist und zu wem man gehört. Und dass es daheim doch immer am Schönsten ist!
Viele detaillierte farbige Illustrationen, manchmal sogar seitenfüllend, untermalen das Gelesene. Auf den tollen Bildern gibt es immer viel zu entdecken.
Das schöne fröhlich-bunte Cover zeigt das Rumpelding und alle seine Freunde, welche es auf der Reise in die große, weite Welt kennengelernt hat.


Fazit:
Ein niedliches Kinderbuch über ein Rumpelding, das auf der Suche nach anderen Rumpeldingern und somit nach sich selbst ist. Mit vielen wunderschönen bunten Bildern.

Wut kommt selten allein
von Ralph Neubauer
absolut empfehlenswert 23. September 2018
Inhalt (Übernommen):

Gibt es einen Mord ohne Motiv? Schwer vorzustellen für Commissario Fabio Fameo und seinen Freund CarabiniereTommaso Caruso. Beide ermitteln sie in verschiedenen Fällen und doch gibt es Verbindungen, die spät, sehr spät ans Licht kommen. Auf ihrer Suche nach den Zusammenhängen begegnen die Ermittler der bunten Welt des Schauspiels, in der Gefühle professionell dargestellt werden. Aber was, wenn die auf der Bühne dargestellte Wut der Realität beängstigend nahe kommt?

Meine Meinung:

Erneut ist es Ralph Neubauer gelungen mich von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln, mitzureißen und nach Südtirol zu entführen. Ralph Neubauer kann unfassbar schnell nervenzerreißende Spannung aufbauen und diese die gesamte Handlung über halten. Auch wenn die Auflösung bezüglich des Mörders nicht überrascht, war das Tatmotiv dafür umso unvorhersehbarer. Wie auch schon in den anderen sechs Südtirol Krimis kann Ralph Neubauer die heimelige Atmosphäre und das italienische Flair äußerst gelungen einfangen und an den Leser transportieren. Sowohl die bildgewaltigen Landschaften als auch die typischen Gerichte und Mentalität der Einheimischen machen beim Lesen große Lust auf einen Südtirol Urlaub. Ich habe den Krimi während eines Wochenendaufenthalts Klausen gelesen und konnte mir dadurch alles Beschriebene bildlich vorstellen. Ich bin einmal mehr total begeistert und kann das Buch absolut weiterempfehlen.

Mein persönliches Fazit:

„Wut kommt selten allein“ ist eine äußerst gelungene und lesenswerte Fortsetzung der Südtirol Reihe von Ralph Neubauer. Ich vergebe 5 von 5 Sterne und hoffe auf einen achten Fall für den sympathischen und charmanten Commissario Fabio und dessen Freund Tommaso.
Loslassen ist nicht einfach 23. September 2018
Monika Bittls neuer Roman „Man muss auch mal loslassen können“ hat mich durch das witzig gemachte Cover angezogen. Nach der Leseprobe stand für mich fest, das muss ich lesen. Und ich habe die Entscheidung nicht bereut.

Es geht hauptsächlich um drei Damen:
Charlotte, gelernte Maskenbildnerin, heute verträumte Künstlerin, schreibt wie verzweifelt an ihrem Roman, als sie eine niederschmetternde Nachricht von ihrem Arzt bekommt. Also muss ein Freitod her. Alles andere wäre sinnlos.

Jessy, 21, kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt nachhause. Ihr Zukünftiger hatte sich heute in ihrem Bett zu einem „Tagesausflug“ verabredet. Nun ist alles aus und vorbei.

Wilma, 59, der nach 3 Kontrollen die Konzession für ihre Wirtschaft wegen Verstöße gegen das Nichtraucherschutzgesetz entzogen wurde und die nicht weiß, wie sie die Bußgeldbescheide bezahlen soll, spült ein letztes mal die Weißbiergläser und lässt ihr Leben Revue passieren.

Ausgerechnet in der Beratungsstelle „Dare it“ treffen sie aufeinander und eine turbulente Lesereise beginnt.


Suizid ist kein Thema, das ich sofort mit Humor in Verbindung bringen würde. Aber hier wird das Thema so humorvoll angegangen und verpackt, dass es viel von seinem Schrecken verliert. Und ich hoffe, ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage: Es geht alles gerade noch mal gut.

Zu den drei Frauen, die die unterschiedlichsten Motive haben, gesellen sich noch Ralle, dem der Gerichtsvollzieher im Nacken sitzt und der unbedingt Geld braucht und Moritz, der seinen Eltern wegen seines Stotterns peinlich ist oder war.

Allen Personen gibt Monika Bittl eine eigene Stimme und Sprache, was einen hohen Wiedererkennungswert hat. Alle kommen immer wieder in eigenen Kapiteln zu Wort. Somit lerne ich die einzelnen Protagonisten, die kaum unterschiedlicher sein könnten, mit ihren Eigenheiten und ihren Gedanken sehr gut kennen. Ich schaffe es durch dieses intensive Kennenlernen gut, mich gerade in Charlotte und Jessy hineinzuversetzen. Aber auch Wilmas Wut auf unsere Gesetzgebung kann ich gut nachvollziehen. Mit ihnen lassen sich einige Klischees bedienen, was aber nicht aufgesetzt oder peinlich wirkt. Im Gegenteil – ich finde es sehr interessant, wie wandelbar die Protagonisten sind, ohne ihre eigenes Ich aufzugeben. Es finden interessante und intensive Gespräche statt, die die Pläne der Damen langsam in den Hintergrund rücken lassen. Auch die verschiedenen Lebensweisheiten, die immer wieder von dem ein oder anderen angeführt werden, gefallen mir sehr gut und jeweils genau zur Situation passend.

Dass mir zum Schluss die Ereignisse eines Jahres fehlen, mir dadurch das Ende zu schnell kam, kann ich dank der humorvollen Lesestunden, die ich hatte, leicht verschmerzen.

Eine interessante Lektüre mit Gesellschaftskritik, lösbaren Problemen, einigen spannenden Momenten und vor allem sehr viel Humor. Ich habe das Lesen genossen.
Dafür vergebe ich 4,5 von 5 Sternen

Faszination Jesus
von Roland Werner; Guido Baltes
Jesus, der Mann, der in kein Schema passt 23. September 2018
von LEXI
Im vorliegenden Buch, bei dem es sich um eine leicht überarbeitete und aktualisierte Version aus dem Jahr 2005 handelt, versuchen die beiden Autoren, den Vorurteilen und dem Halbwissen über Jesus entgegenzutreten. Der Hauptteil wurde von Dr. Roland Werner verfasst und beschäftigt sich mit der Frage danach, wer Jesus ist und was er mit uns zu tun hat. Der knapp über siebzig Seiten zählende Anhang wiederum stammt von Dr. Guido Baltes und behandelt Themen von theoretischem Interesse. Aufgrund der kleinen, eng beschriebenen Seiten und der großen Menge an theoretischem Inhalt stellte das Buch keine einfache Lektüre dar. Es ist den Autoren hervorragend gelungen, das Wissen über Jesus zusammenzutragen und sie bieten ihren Lesern eine unglaubliche Vielfalt an Informationen und Sichtweisen – dieses Buch zeugt von akribischer Recherche und höchst umfangreichem Hintergrundwissen. So geht Dr. Roland Werner beispielsweise auf die verschiedenen Jesusbilder ein, nimmt die Berichte römischer Geschichtsschreiber unter die Lupe, beleuchtet die Darstellung Jesu in den Evangelien, beschäftigt sich mit Aspekten seiner Lehre, seines Wirkens, seines Lebens und Sterbens. Er geht auf die Gleichnisse, die Wunder und Heilungen ein, schreibt über die Bedeutung des Fischsymbols ICHTHYS (Jesous Christos THeou Yios Soter) und über die grausamste Hinrichtungsart der Antike: das Kreuz und die Kreuzigung als Methode, wie man einen Menschen so brutal und langsam wie möglich zu Tode foltern kann.

„Wenn wir die Faszination, die vom Leben Jesu ausgeht, richtig verstehen wollen, kommen wir nicht an seinem Tod am Kreuz vorbei.“

„Die Menschwerdung Gottes, die Inkarnation, ist die Grundlage für Kreuz und Auferstehung.“

Im von Dr. Guido Baltes verfassten Anhang schreibt der Autor über die Quellen, die uns von Jesus berichten, die Überlieferungen, beginnend mit jenen durch Jesu Jünger nach seinem Tod. Dr. Baltes schließt auch die Geschichte des Saulus aus Tarsus mit ein, der als Sonderbevollmächtigter des Hohen Rates für die Verfolgung der christlichen Gemeinden unterwegs war und während dieser religionspolizeilichen Mission eine Begegnung mit dem auferstandenen Jesus hatte. Eine Begegnung, die sein Leben komplett verändert hat. Besonders die Informationen zu den Verfassern der Evangelien aus alten, historischen Quellen sowie den Evangelien selbst, die Handschriftenfunde, apokryphe Evangelien und dem lange währenden Kampf um die Schriftrollen aus Qumran als sensationellsten Fund antiker Handschriften alter Zeiten fand ich in hohem Maße interessant. Den Abschluss dieses informativen Anhangs bilden Aussagen außerbiblischer/nichtchristlicher Quellen und Hinweise auf Jesus, dem Tag seiner Kreuzigung, die Ereignisse am Pfingstfest 30n. Chr. Und das frühe Christentum.

Fazit: Obgleich die Lektüre „Faszination Jesus“ eine gewissen Aufwand an Zeit und hohe Konzentration erforderte, lieferte sie mir eine höchst anregende und äußerst informative Zusammenfassung der bekannten Fakten zu Jesus. Ich kann dieses Buch uneingeschränkt weiterempfehlen.








Tidetod
von Gerd Kramer
Tidetod 23. September 2018
von dorli
Husum. Ein Serientäter treibt in der nordfriesischen Küstenstadt sein Unwesen. Ein Mörder, der einerseits keine Skrupel kennt und nicht davor zurückschreckt, seinen Opfern ein qualvolles Ende zu bescheren, andererseits aber immer darauf bedacht ist, jedem Einzelnen eine Chance zu bieten, dem Tod durch mutiges Handeln zu entgehen. Die Kommissare Flottmann und Hilgersen stehen vor einem Rätsel. Sie haben es mit einem äußerst raffinierten Täter zu tun, dessen Vorgehen ausgeklügelt und bis in kleinste Detail durchgeplant ist. Er hinterlässt keine Spuren. Eine Verbindung zwischen den Leidtragenden scheint es nicht zu geben und auch ein Motiv nicht erkennbar…

„Tidetod“ ist bereits der zweite Fall für den aus dem Rheinland stammenden Hauptkommissar Waldemar Flottmann und dem Husumer Urgestein Kommissar Gustav Hilgersen, der Krimi ist aber auch ohne Kenntnis des vorherigen Bandes bestens verständlich.

Gerd Kramer versteht es ganz ausgezeichnet, die Spannung schon nach wenigen Seiten auf ein hohes Level zu katapultieren. Der Krimi wird fesselnd erzählt und entwickelt rasch einen Sog, dem man sich als Leser nicht entziehen kann.

Unterschiedliche Perspektiven geben dem Leser die Möglichkeit, das Geschehen umfassend zu verfolgen. Man lernt den Mörder kennen und erfährt, wie er tickt und was ihn antreibt; man ist dabei, wenn die Opfer in einer fast ausweglosen Situation um ihr Leben kämpfen und man erlebt natürlich auch die Ermittlungen der Kommissare hautnah mit. Wieder mit von der Partie ist auch Leon Gerber, dessen besondere Gabe – ein hochsensibles Gehör – auch in diesem Krimi wieder zum Einsatz kommt.

Der Kriminalfall ist verzwickt und hält sowohl für Flottmann und Hilgersen wie auch für den Leser einige Überraschungen bereit. Ich konnte durchweg prima mit den beiden mitgrübeln und miträtseln und habe bis zum Ende nicht geahnt, wer hier seine kriminellen Finger im Spiel hat.

Neben der sehr spannenden Krimihandlung trägt auch das humorvolle Miteinander der Kommissare zur Unterhaltung bei. In den Dialogen zwischen Flottmann und Hilgersen wird gefrotzelt und gestichelt - es ist einfach herrlich, den beiden zuzuhören.

„Tidetod“ hat mir sehr gut gefallen. Eine tolle Mischung aus hochgradiger Spannung und einem großartigen norddeutschen Humor. Absolute Leseempfehlung!

Er will dein Herz
von Tania Carver
Interessante Fortsetzung der Reihe, doch leider sehr vorhersehbar 23. September 2018
von Anja
Gemma Adderley hat genug vom Leben an der Seite ihres gewalttätigen Ehemannes. Sie entschließt sich, gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter, in einem Frauenhaus Zuflucht zu suchen. Doch Gemma und ihre Tochter kommen nie dort an. Das Team von DI Phil Brennan wird kurze Zeit später zu einer Frauenleiche gerufen. Die Frau wurde vor ihrem Tod offensichtlich schwer misshandelt. Außerdem fehlt das Herz der Leiche. Marina Esposito wird zur Befragung eines kleinen Mädchens, das allein und völlig verstört aufgefunden wurde, hinzugezogen. Obwohl Marina Esposito, nach den dramatischen Ereignissen des letzten gemeinsamen Falles, auf Abstand zu Phil Brennan geht, scheinen sie bei diesem Fall gemeinsam arbeiten zu müssen, um den Täter zur Strecke zu bringen....

Nach "Entrissen", "Der Stalker", "Stirb mein Prinz", "Jäger", "Morgen früh, wenn du willst" und "Du sollst nicht leben", ist dieser Band bereits der siebte Fall für Phil Brennan und Marina Esposito. Da die Handlungen in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ermittlungen aber auch problemlos folgen, wenn man noch keinen Teil der Reihe gelesen hat. Wenn man aber an der beruflichen und privaten Weiterentwicklung der Charaktere interessiert ist, empfiehlt sich, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der Reihenfolge.

Der Einstieg in den neuen Fall verläuft gewohnt spannend. Man ist sofort mitten im Geschehen und möchte unbedingt erfahren, wer der Täter ist. Es gibt wechselnden Perspektiven, bei denen man nicht nur die Ermittlungen betrachtet, sondern auch dem Täter über die Schulter schaut. Die Spannung wird bereits früh geweckt, kann aber leider nicht durchgehend gehalten werden. Das liegt sicher auch mit daran, dass Phil Brennan bei diesem Fall nicht gerade in Hochform ist, da ihm die Trennung von Marina stark zusetzt. Das lässt zwar die Charaktere lebendiger wirken, da damit auch das spektakuläre Ende des vorherigen Falls ein wenig weitergeführt wird und zeigt, wie Phil und Marina mit der allgegenwärtigen Bedrohung umgehen, doch die aktuellen Ermittlungen wirken längst nicht so spannend, wie die, der vorherigen Bände.

Erfahrene Thriller-Leser dürften außerdem schnell einen Verdächtigen ausmachen. Es gibt zwar noch einige Spuren, die es zu verfolgen gilt, doch überraschende Wendungen sucht man leider vergeblich. Der Fall wirkt bedauerlicherweise sehr vorhersehbar und wenig spannend. Die Handlung ist zwar durchgehend interessant, da man als Fan der Reihe natürlich auch die Entwicklung im Privatleben von Phil und Marina verfolgt, doch beeindruckende Wendungen, die für Spannung bei den aktuellen Ermittlungen sorgen könnten, gibt es kaum. Durch den flüssigen Schreibstil lässt sich das Buch zwar gut lesen, doch insgesamt gesehen, lässt sich dieser Band wohl eher bei den schwächeren Teilen der Reihe einordnen.

Ich habe bisher alle Bände der Serie mit großer Begeisterung gelesen. Der Anfang des aktuellen Falls konnte mich deshalb auch sofort wieder in den Bann der Ereignisse ziehen, doch die aufgebaute Spannung flachte für mich viel zu schnell ab und der Täter ließ sich, für meinen Geschmack, auch zu früh erahnen. Ich hatte auf eine spannende Wendung gehofft, doch in dieser Hinsicht wurde ich leider enttäuscht. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala vergebe ich deshalb nur drei von fünf Sternchen. Trotzdem werde ich der Reihe die Treue halten, da ich gerne erfahren möchte, wie es mit Phil und Marina weitergeht.
Wahnsinnig spannend 23. September 2018
Wieder einmal nimmt uns der Autor mit seinem bekannten Ermittlerduo Hunter und Garcia mit zu einer nervenaufreibenden Ermittlung. Wenn die UV-Einheit ins Spiel kommt, dann weiß man, dass die Fälle, die auf die beiden Detectives zukommen, in der Regel grausam und brutal sind.

Zum einen schaffte es Chris Carter auch mit diesem Band wieder, dass ich bis zum Ende mitgefiebert habe. Nach und nach kommen die Ermittler hinter die Denke des Serienkillers, dem sie dieses Mal auf den Fersen sind. Allerdings hat mich der Autor dieses Mal auch ein oder zwei Mal mit einer überraschenden Wendung total aus den Socken gehauen. Nach dem Ende von „Blutrausch – Er muss töten“, bin ich unglaublich gespannt auf die Ereignisse, die der nächste Band mit sich bringen wird.

Ich bin ein bekennender Fan der Reihe um die beiden Ermittler des LAPD und habe mich besonders darüber gefreut, dass Hunter in diesem Band wenigstens auch mal ein bisschen persönliches Glück erfahren hat.

Spannend bis zur letzten Seite und ein absoluter Pageturner! Volle fünf Sterne von mir für diesen Thriller und eine dicke Leseempfehlung!

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